Forschende untersuchten männliche und weibliche Putzerfische. Dabei konnten sie unterschiedliche kognitive Fähigkeiten zwischen den Geschlechtern feststellen.
Putzerfisch
Weibliche und männliche Putzerfische haben unterschiedliche kognitive Fähigkeiten, wie zwei Neuenburger Forschende beobachtet haben. (Pressebild) - Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Putzerfische werden alle als Weibchen geboren, bevor sich einige in Männchen umwandeln.
  • Forschende beobachteten nun geschlechtsspezifische kognitive Fähigkeiten bei den Fischen.
  • So seien Männchen lernfähiger und Weibchen haben die bessere Selbstbeherrschung.

Männchen sind lernfähiger, Weibchen haben die bessere Selbstbeherrschung: Die kognitiven Fähigkeiten des Putzerfischs unterscheiden sich nach Geschlecht. Das ist erstaunlich, denn die Fische werden alle als Weibchen geboren.

Nur das grösste und sozial dominanteste Putzerfisch-Weibchen einer Gruppe verwandelt sich in ein Männchen. Das schreiben Zegni Triki und ihr Kollege Redouan Bshary in der Fachzeitschrift «Royal Society Open Science».

Putzerfisch
Ein Putzerfisch bestaunt sein Spiegelbild. - dpa

Es sei das erste Mal, dass geschlechtsspezifische kognitive Fähigkeiten bei einem Fisch beobachtet wurden, der das Geschlecht wechselt. So liess sich Bshary in einer Mitteilung der Uni Neuenburg zitieren.

Die Forschenden führten Versuche in einem kleinen Aquarium mit wild gefangenen Putzerfischen durch, denen sie verschiedene Lernaufgaben stellten. Zuerst platzierten sie einen Snack hinter einem gelben Tablett, hinter einem roten Tablett gab es nichts zu futtern. Dabei stellten sich die Männchen geschickter an und eigneten sich zielsicher an, wo sie sich die Belohnung schnappen konnten. Die Weibchen erlernten das Muster langsamer oder gar nicht.

Weibchen konnte seine Impulse kontrollieren

In einem nächsten Experiment befand sich das Futter hinter einer Plexiglaswand. Während das Männchen gierig immer wieder gegen die durchsichtige Wand stiess, gelang es dem Weibchen, seine Impulse zu kontrollieren: Es schwamm um das Hindernis herum. Dabei behielt es das Futter immer im Auge – und schnappte sich schliesslich geschickt die Belohnung.

Das Team möchte nun herausfinden, wieso Männchen und Weibchen unterschiedliche kognitive Fähigkeiten besitzen. So fragt es sich zum einen, ob der Wechsel des Geschlechts die Veränderung bewirkt. Zum andern könnten es die besonders lernfähigen Weibchen sein, die schnell wachsen und sich anschliessend in Männchen verwandeln.

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