Neue Alzheimer-Therapie Lecanemab erstmals in Österreich
Lecanemab verlangsamt bei Alzheimer im Frühstadium das Fortschreiten der Demenz. Seit August 2025 ist die Therapie in Österreich verfügbar.

Lecanemab ist ein monoklonaler Antikörper, der im April 2025 von der EU-Kommission zur Behandlung der frühen Alzheimer-Krankheit zugelassen wurde. Seit August 2025 wird die Therapie erstmals EU-weit in Österreich angeboten.
So geht es aus dem Bericht des «ORF» hervor.
Behandlung kann Fortschreiten von Alzheimer verlangsamen
Der Wirkstoff wirkt gegen Amyloid-beta-Plaques, die als Ursache für das Absterben von Nervenzellen bei Alzheimer gelten.
Lecanemab bindet diese Eiweissablagerungen und aktiviert das Immunsystem, um sie abzubauen oder ihre Neubildung zu verhindern.
Die Behandlung kann das Fortschreiten der Erkrankung um etwa 27 bis 30 Prozent verlangsamen, heilt die Krankheit jedoch nicht. So melde es Deutsche Alzheimer Gesellschaft.
Nur für Patienten im Frühstadium geeignet
Die Therapie ist auf Patienten im Frühstadium der Alzheimerkrankheit beschränkt. Geeignet sind Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung, die noch selbstständig leben und bei denen Amyloid-beta-Ablagerungen im Gehirn nachgewiesen sind.
Dies erfordert spezielle Diagnostik mittels bildgebender Verfahren oder Analyse der Rückenmarksflüssigkeit. Patienten mit zwei Kopien des Hochrisikergens ApoE4 oder die Blutgerinnungshemmer einnehmen, sind von der Therapie ausgeschlossen.

Die Behandlung erfolgt über Infusionen alle zwei Wochen in spezialisierten Zentren, beispielsweise am Wiener AKH. Es wird von engmaschigen MRT-Kontrollen begleitet, um mögliche Nebenwirkungen wie Hirnblutungen frühzeitig zu erkennen, wie der «ORF» berichtet.
Weitere Medikamente in Planung
Parallel dazu arbeitet die Forschung an ähnlichen Wirkstoffen, wie Donanemab. Dieser Antikörper hat eine leicht andere Wirkweise und wird voraussichtlich bald EU-weit zugelassen.
Die Behandlung mit Donanemab ist monatlich und könnte nach rund einem Jahr abgeschlossen sein. Die Indikationen und Nebenwirkungsprofile ähneln laut dem Verband Forschender Arzneihersteller denen von Lecanemab.
Die Zulassung von Lecanemab steht im Zeichen eines wichtigen Fortschritts in der Alzheimer-Therapie, die zuvor nur symptomatisch möglich war. Ärzte sind aufgerufen, mögliche Kandidaten für eine Früherkennung und exakte Diagnose frühzeitig zu identifizieren.