Kurkuma-Forschung – Warum die Evidenz bröckelt

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Niederlande,

    Die Kurkuma-Forschung zeigt ein widersprüchliches Bild: Fragwürdige Studien treffen auf geringe Bioverfügbarkeit und mögliche Risiken.

    Kurkuma
    Die Kurkuma-Forschung untersucht mögliche gesundheitliche Wirkungen, stösst dabei jedoch auf erhebliche wissenschaftliche und methodische Grenzen. (Symbolbild) - depositphotos

    Kurkuma ist längst mehr als ein Gewürz und wird als natürlicher Entzündungshemmer beworben. Besonders Curcumin steht dabei im Mittelpunkt zahlreicher Gesundheitsversprechen rund um Gelenke, Entzündungen und schwere Erkrankungen.

    Die «ARD alpha» beschreibt die lange Tradition der Pflanze als Gewürz und Heilpflanze. Goldene Milch hat Kurkuma auch hierzulande populär gemacht.

    Kurkuma-Shots und konzentrierte Kapseln machten Curcumin zudem zu einem beliebten Nahrungsergänzungsmittel. Die wissenschaftliche Grundlage für manche Versprechen ist allerdings deutlich weniger eindeutig, wie die «Frankfurter Rundschau» berichtet.

    Zweifel an frühen Studien

    Eine wichtige Rolle beim Curcumin-Boom spielte der Biochemiker Bharat Aggarwal vom MD Anderson Cancer Center. Seine Forschungsgruppe veröffentlichte zahlreiche Arbeiten, die Curcumin unter anderem entzündungs- und krebshemmende Eigenschaften zuschrieben.

    Inzwischen wurden mindestens 30 wissenschaftliche Arbeiten Aggarwals zurückgezogen. Die «ad-hoc-news» schreibt von Untersuchungen, nach denen frühe Studien teilweise manipulierte oder problematische Daten enthalten haben sollen.

    Glaubst du, dass Kurkuma tatsächlich entzündungshemmend wirkt?

    Das stellt nicht automatisch die gesamte Curcumin-Forschung infrage. Es erschwert jedoch die Bewertung früher Ergebnisse, die den wissenschaftlichen und öffentlichen Hype mitgeprägt haben.

    Curcumin erreicht den Körper nur begrenzt

    Ein weiteres Problem ist die geringe Bioverfügbarkeit von Curcumin. Der menschliche Körper nimmt den Stoff nach oraler Einnahme nur in begrenztem Umfang auf.

    Eine Studie des Amsterdam UMC mit 47 Personen zeigte demnach niedrige Curcumin-Konzentrationen im Blut. Auch eine Untersuchung aus dem Jahr 2025 mit neun Männern fand bei hochdosierten Präparaten keine erwarteten klinisch relevanten Konzentrationen.

    Bei Arthrose gibt es Hinweise auf eine mögliche Schmerzlinderung durch Curcumin. Die «Frankfurter Rundschau» verweist allerdings auf kleine Teilnehmerzahlen und eine dadurch eingeschränkte Aussagekraft der bisherigen Untersuchungen.

    Keine Belege bei Krebs und Alzheimer – Risiken im Fokus

    Für Krebs oder Alzheimer fehlt dagegen ein wissenschaftlicher Nachweis für einen therapeutischen Nutzen. Ergebnisse aus Zellkulturen und Tierversuchen sind nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragbar.

    Auch mögliche Nebenwirkungen beschäftigen die Forschung. Die «ARD alpha» berichtet über zehn Fälle möglicher Curcumin-bedingter Leberschäden, darunter schwere Verläufe mit Spitalbehandlungen und einen Todesfall.

    Kurkumawurzel
    Die Kurkuma-Forschung zeigt bislang vor allem bei bestimmten Beschwerden Hinweise auf mögliche Wirkungen von Curcumin. (Symbolbild) - depositphotos

    Eine Marktanalyse der Medizinischen Hochschule Hannover untersuchte 125 Kurkuma-Präparate. Laut der «ad-hoc-news» enthielten 76 Prozent der Produkte Piperin, das die Aufnahme von Curcumin verbessern soll.

    Hohe Curcumin-Dosierungen sorgen für Kritik

    Laut der Analyse enthielten 44 Prozent der untersuchten Präparate mehr als 210 Milligramm Curcumin pro Tag. Damit lagen zahlreiche Produkte im untersuchten Markt in einem höheren Dosierungsbereich.

    Die «Frankfurter Rundschau» verweist auf eine akzeptable tägliche Aufnahme von drei Milligramm je Kilogramm Körpergewicht. Dieser Wert dient als Orientierung für die tägliche Aufnahme und ist nicht mit einer therapeutischen Dosierung gleichzusetzen.

    Kurkuma als Gewürz ist zudem von hochkonzentrierten Nahrungsergänzungsmitteln zu unterscheiden. Für medizinische Versprechen gegen schwere Erkrankungen reichen die bisherigen Erkenntnisse der «ARD alpha» zufolge nicht aus.

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    Kommentare

    User #776 (nicht angemeldet)

    Wie bei allen Hausmitteli hilft der Glaube an die Linderung und manchmal sogar an die Heilung. Selber ausprobieren hilft!

    User #1069 (nicht angemeldet)

    Ich habe durch einen Trümmerbruch am Fuss im USG Arthrose stage 3-4. Sehr starke Schmerzen... Mein Chirurg riet mir zu einer Versteifung des Gelenks. Ich teilte ihm mit das ich mir das noch überlege. Darauf habe ich mich schlau gemacht und diverse Suplements wie auch Curcumin gekauft. Nach 3 Wochen Wochen etwas weniger Schmerzen. Nach 3 Monaten einiges weniger Schmerzen. Nun nach 1,5 Jahren 95% schmerzfrei..... Aber mann muss diese Nahrungsergänzungen konsequent einnehmen. Chondroitin, Glucosamin, MSM, Curcumin mit schwarzem Pfeffer, Vitamin D3 mit K, Omega 3, Kollagen Typ 2 UC-II, etc. Es funktioniert eben doch. Keine einzige negative Nebenwirkungen.

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