Mindestens acht Deutsche nach Flut-Drama in Nepal vermisst

Nach der Sturzflut in Nepal werden fast 400 ausländische Touristen vermisst. Die Sucharbeiten dauern an. Im Nau.ch-Ticker bleibst du auf dem Laufenden.

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Nach der gewaltigen Sturzflut im Himalaya-Gebiet droht schon die nächste Katastrophe. - keystone

Am Mittwoch kam es zu einer heftigen Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und China. Vermutet wird, dass eine Gletscherlawine zunächst einen Zufluss des Bhotekoshi blockiert hatte. Es bildete sich ein See, der dann über die Ufer trat.

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Durch die Flut wurden ganze Dörfer und 40 Kilometer befahrbare Strassen zerstört. Auf der chinesischen Seite wurden auch die Stromzufuhr und die Kommunikationsverbindungen zum Grenzübergang abgeschnitten.

Bei dem Unglück sind in Nepal mindestens 157 Menschen gestorben, in China mindestens drei. Mindestens 391 Touristen aus dem Ausland werden vermisst. Die Such- und Bergungsarbeiten dauern an.

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Mindestens acht Deutsche nach Sturzflut in Nepal vermisst

Unter den Vermissten nach der verheerenden Sturzflut an der nepalesisch-tibetischen Grenze sollen auch mindestens acht deutsche Touristen sein. Das teilte die Tourismusbehörde mit.

Dem schweizerischen Aussendepartement liegen derzeit keine Informationen über Schweizer Opfer der Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und China vor. Entsprechende Abklärungen seien im Gange.

Retter suchen verzweifelt nach hunderten Vermissten

Rettungskräfte suchen verzweifelt nach hunderten Vermissten, nachdem eine gewaltige Gletscherflut das Rasuwa-Tal verwüstet hat.

Schlamm, Geröll und Wassermassen rissen Gebäude, Strassen und ganze Teile von Ortschaften mit sich. Unter den Vermissten sollen sich auch mehr als 300 Touristen befinden. Während die Fluten langsam zurückgehen, werden immer mehr Tote aus den Trümmern geborgen.

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Rettungskräfte kämpfen verzweifelt darum, die vermissten Menschen zu finden. - Screenshot X/@DailyMail

Der Zugang zu den betroffenen Gebieten bleibt jedoch äusserst schwierig, da Strassen von meterdicken Sedimentschichten blockiert sind.

Für viele Angehörige beginnt damit ein verzweifeltes Warten auf Nachrichten über das Schicksal ihrer vermissten Familienmitglieder.

Warnung vor zweiter Flutwelle in Nepal und Tibet

Das Internationale Zentrum für integrierte Bergentwicklung (ICIMOD) warnt vor möglichen neuen Überschwemmungen.

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Droht im Himalaya-Gebiet schon die nächste Katastrophe? - keystone

Nach den verheerenden Fluten vom Mittwoch könnten grosse Mengen an Geröll und Trümmern in den Trishuli-Fluss gelangt sein und diesen an engen Stellen vorübergehend blockieren. Dadurch könnte sich ein sogenannter Murgutdamm bilden.

Bricht eine solche natürliche Barriere, könnte eine zweite Flutwelle flussabwärts entstehen. Behörden und Wissenschaftler prüfen derzeit mögliche Blockaden sowie deren Ausmass und Stabilität.

Himalaya-Flut: Mehr als 1300 Menschen vermisst

Nach der gewaltigen Sturzflut im Himalaya-Gebiet ist allein in Nepal Behördenangaben zufolge die Zahl der Vermissten auf 826 gestiegen.

Damit steigt die Gesamtzahl der Vermissten in Nepal und in China auf mehr als 1300.

Mehr als 30 Australier nach Sturzflut in Nepal vermisst

Nach der gewaltigen Sturzflut in der Grenzregion zwischen Nepal und China werden nach Informationen der Regierung in Canberra auch 34 Australier vermisst. «Nepal ist ein Entwicklungsland.

Es verfügt nicht über die Ressourcen, die in Australien für ein solches Ereignis zur Verfügung stünden. Daher ist die Informationsbeschaffung schwierig», zitierten australische Medien Ministerpräsident Anthony Albanese.

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34 Australier werden nach der Sturzflut im Himalaya-Gebirge vermisst. - keystone

«Wir sprechen den von den schweren Überschwemmungen in Nepal und Tibet, China, Betroffenen unser tiefstes Mitgefühl aus», schrieb Albanese auf der Plattform X. «Australier in den betroffenen Gebieten sollten den Anweisungen der örtlichen Behörden Folge leisten.»

Zwei Teenager unter Vermissten

15 der Vermissten waren mit dem US-Tourveranstalter Himalayan Glacier in der Region unterwegs, wie die Zeitung «Sydney Morning Herald» unter Berufung auf den Chef des Unternehmens, Sagar Pandey, schrieb.

Bei zwei von ihnen soll es sich um Jugendliche im Alter von 11 und 14 Jahren handeln, die vermutlich mit ihren Eltern reisten. Die älteste Vermisste ist eine 64-jährige Frau.

Insgesamt umfasste die Reisegruppe den Informationen zufolge 40 Touristen: neben den 15 Australiern zehn Kanadier, acht US-Amerikaner, zwei Singapurer, zwei Briten, einen Russen und zwei Nepalesen. Begleitet wurde sie von sieben einheimischen Mitarbeitern.

USA unterstützen Opfer der Sturzflut in Nepal mit 500'000 Dollar

Mit Notunterkünften, frischem Wasser und anderen Hilfsgütern will die US-Regierung Betroffene der schweren Sturzflut in Nepal unterstützen.

Insgesamt belaufe sich die Katastrophenhilfe auf 500.000 US-Dollar (rund 430.000 Euro), teilte das Aussenministerium mit. Ein Berater für Katastrophenhilfe sei in die Region entsandt worden, um den Hilfseinsatz zu unterstützen.

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In Nepal und China werden inzwischen mehr als 1300 Menschen vermisst. - keystone

«Die Vereinigten Staaten sprechen den Familien und Angehörigen derjenigen, die bei den verheerenden Sturzfluten im nepalesischen Bezirk Rasuwa ihr Leben verloren haben, ihr tiefstes Beileid aus», hiess es weiter.

Weitere Helfer reisen ins Flut-Katastrophengebiet

Nach der tödlichen Sturzflut im Himalaya an der Grenze zwischen China und Nepal sind weitere chinesische Rettungskräfte in das Katastrophengebiet im Südwesten Tibets aufgebrochen.

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Helfer sind zur Unterstützung ins Katastrophengebiet gereist. - keystone

Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, erreichte ein Flugzeug mit 111 Experten der Feuerwehr aus Sichuan und Peking den Flughafen in Tingri. Mit Autos würden sie von dort noch fünf bis sechs Stunden zum von der Flut überspülten Grenzübergang Gyirong benötigen, hiess es weiter.

Wie das Staatsfernsehen weiter berichtete, erschwerten die grossen Schlammmassen in dem Gebiet den Zugang für grosse Fahrzeuge. Auf chinesischer Seite wurden bislang 3 Tote und 265 Vermisste gemeldet.

Sturzflut als erste Krise für Nepals Gen-Z-Regierung

Balen Shah wurde vor wenigen Monaten zum Premierminister Nepals gewählt, im März wurde er vereidigt. Zuvor war die Vorgänger-Regierung von massiven Gen-Z-Protesten zum Sturz gebracht worden. Nun steht der einstige Rapper und ehemalige Bürgermeister von Kathmandu vor seiner ersten grossen Krise.

Über Facebook bekundet der 36-Jährige sein Beileid. Die gesamte nepalesische Regierung stehe den Betroffenen bei, schreibt er.

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Balen Shah wurde nach den Gen-Z-Protesten zum Premierminister Nepals gewählt. - keystone

Zur Bewältigung der Krise muss er nun wohl mit den beiden grossen Nachbarn Indien und China zusammenarbeiten. Für den eher nationalistisch eingestellten Premierminister dürfte das eine grosse Herausforderung werden.

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Die Sturzflut hat in Nepal mehr als 100 Menschenleben gekostet. - keystone

Während seiner Zeit als Bürgermeister von Kathmandu verärgerte er den südlichen Nachbarn, als er eine Karte von Gross-Nepal im Büro aufhängen liess. Darauf sind von Indien kontrollierte Gebiete als nepalesisch eingezeichnet.

Im selben Jahr sagte er eine Reise nach China wegen einer von Peking veröffentlichten Karte ab. Diese zeigte umstrittene Regionen als chinesisch an.

Indien sagt Unterstützung zu

Während der Gen-Z-Proteste wütete er zudem in einem Post gegen Indien, China und die USA. Dabei verwendete er vulgäre Beleidigungen.

Nun also muss er von diesen Ansichten wegkommen und mit den beiden Nachbarn zusammenarbeiten. Immerhin mit Indiens Premierminister Narendra Modi sprach Shah bereits. Modi habe ihm dabei humanitäre Hilfe und Unterstützung zugesagt, teilte Shah anschliessend mit.

Sturzflut liess Erde beben

Die US-Erdbebenwarte meldete am Mittwochmorgen (Ortszeit) Erschütterungen der Stärke 5,2 in der Region. Zunächst wurde von einem Erdbeben ausgegangen.

Weitere Analysen deuten aber darauf hin, dass «die seismische Energie stattdessen durch einen Gletscherabbruch und Schuttfluss erzeugt wurde».

Auch Anwohner nahmen es am Anfang wie ein Beben wahr. Er habe gedacht, dass es ein Erdbeben am Morgen gegeben habe, wurde der Leiter des Hauptzollamts in Rasuwa, Rajendra Dhugana, von «The Kathmandu Post» zitiert. «Es war die Flut, die sich wie eine fast 100 Meter hohe Welle auftürmte und durch den Markt fegte.»

Kommentare

User #3003 (nicht angemeldet)

Ausland denkt primär an Touristen. Schande!

User #4351 (nicht angemeldet)

Mit der Wucht mit der das runter kam die man auf den Videos sieht, muss man mit mindestens 3000 Toten rechnen und alle wird man nicht finden.

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