Studie

Falsche Ernährung verursacht laut Studie Millionen Herztodesfälle

Keystone-SDA
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USA,

Weltweit sterben jährlich über vier Millionen Menschen an Herzkrankheiten wegen falscher Ernährung. Das zeigt eine gross angelegte neue Studie.

Ungesunde Ernährung ist ein grosses Gesundheitsrisiko.
Ungesunde Ernährung ist ein grosses Gesundheitsrisiko. - keystone

Auch in der Schweiz starben in einem Jahr mehr als 4000 Menschen wegen falscher Ernährung an Herzerkrankungen.

Die meisten Todesfälle sind dabei auf wenige Ernährungsfehler zurückzuführen: Zu wenig Nüsse und Samen, zu wenig Vollkornprodukte und Früchte sowie ein zu hoher Salzkonsum, schreiben die Forschenden in einer am Montag in der Fachzeitschrift «Nature Medicine» veröffentlichten Studie.

Andere oft diskutierte Faktoren wie zuckerhaltige Getränke, Transfette oder ein hoher Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch fielen im globalen Durchschnitt deutlich weniger ins Gewicht.

Für die Studie analysierte ein internationales Forschungskonsortium um Min Seo Kim vom Massachusetts General Hospital in Boston (USA) Gesundheitsdaten aus 204 Ländern und Regionen aus dem Zeitraum von 1990 bis 2023. Beteiligt waren Hunderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zahlreichen Forschungsinstitutionen weltweit, darunter auch Forschende aus der Schweiz.

Untersucht wurde der Einfluss von Ernährung auf sogenannte ischämische Herzkrankheiten. Dazu zählen Erkrankungen, bei denen der Herzmuskel wegen verengter oder verschlossener Herzkranzgefässe nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Sie gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen.

Die Ernährung, so die Autorinnen und Autoren der Studie, sei dabei einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren. Dennoch habe es bisher nur wenige umfassende Untersuchungen dazu gegeben, wie stark einzelne Bestandteile der Ernährung weltweit zur Krankheitslast beitragen.

Fast 100 Millionen verlorene Lebensjahre

Im Jahr 2023 war eine suboptimale Ernährung der Studie zufolge weltweit mit 4,06 Millionen Todesfällen durch ischämische Herzkrankheiten verbunden. Hinzu kamen 96,84 Millionen Lebensjahre, die in diesem Zusammenhang durch vorzeitigen Tod oder durch Krankheit und Einschränkungen verloren gingen.

Die Schweiz liegt dabei deutlich unter dem globalen Durchschnitt: Hierzulande brachten die Forschenden für das Jahr 2023 rund 4200 Todesfälle und 65'700 gesunde Lebensjahre mit falsche Ernährung in Verbindung. Das entspricht auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 18,6 Personen. Der globale Durchschnitt liegt mit 45 Todesfällen pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner mehr als doppelt so hoch. Es handelt sich dabei um altersstandardisierte Zahlen. Sie wurden also so angepasst, als hätten alle Länder die gleiche Altersstruktur.

Zahl ist rückläufig

Trotz dieser hohen absoluten Zahlen verweisen die Autoren auch auf einen langfristigen Rückgang: Weltweit ist die altersbereinigte Sterberate bei ernährungsbedingten Herzerkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten um rund 44 Prozent gesunken.

Die Entwicklung verlief regional aber sehr unterschiedlich. Die grössten Rückgänge seit 1990 verzeichneten demnach Australien mit einem Minus von 77 Prozent, Westeuropa mit 70 Prozent und einkommensstarke Regionen Nordamerikas mit 64 Prozent.

In der Schweiz lag der Rückgang mit rund 72 Prozent in einem ähnlichen Ausmass wie im Rest Westeuropas.

Mangel und Überfluss als Ursachen

Im Gegensatz dazu nahmen die Todesfälle im zentralen Subsahara-Afrika im selben Zeitraum um rund 21 Prozent zu. Die Gründe für die unterschiedlichen Entwicklungen sind vielfältig.

In Industrieländern sei oft der übermässige Konsum von verarbeitetem Fleisch und zuckerhaltigen Getränken für viele Todesfälle verantwortlich. In Entwicklungsländern hingegen seien die Ursachen häufig Unterernährung und ein begrenzter Zugang zu schützenden Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Obst und Gemüse.

Die Autoren der Studie forderten gezielte Massnahmen, um sowohl die Aufnahme von schützenden Lebensmitteln zu fördern als auch den Konsum schädlicher Produkte zu senken.

Die Autorinnen und Autoren der Studie argumentieren, dass gezielte Massnahmen nötig sind, um sowohl den niedrigen Konsum schützender Lebensmittel als auch den hohen Konsum schädlicher Ernährungsbestandteile anzugehen. Sie weisen in der Studie auch darauf hin, dass ihre Ergebnisse auf Beobachtungsdaten beruhen und daher keine direkten kausalen Zusammenhänge beweisen können.

Kommentare

User #2480 (nicht angemeldet)

Wenn wir weiterhin so essen, erreichen wir wieder irgendwann Zahlen wie vor 2021.

ChanLee

fast food nein danke, gibt besseres

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