Biologisches Altern – 90er-Jahrgänge altern laut Studie schneller
Neue Erkenntnisse zum Altern sorgen für Aufmerksamkeit: Jüngere Generationen zeigen laut Studie grössere Unterschiede beim biologischen Alter.

Das biologische Altern rückt stärker in den Fokus der Wissenschaft. Studien untersuchen, warum jüngere Generationen bei bestimmten Biomarkern schneller zu altern scheinen.
Das biologische Alter beschreibt den Zustand des Körpers unabhängig vom tatsächlichen Lebensalter. Laut der «Welt» können zwei gleich alte Menschen biologisch deutlich unterschiedlich entwickelt sein.
Forschende der Washington University School of Medicine analysierten Daten von mehr als 154'000 Teilnehmenden der britischen UK Biobank. Zusätzlich wurden Ergebnisse einer US-Gesundheitsdatenbank mit über 10'000 Personen ausgewertet.
Generationen mit unterschiedlichen Alterungsprofilen
Die im Fachmagazin «Nature Medicine» veröffentlichte Untersuchung verglich das chronologische Alter mit biologischen Markern. Dafür nutzten die Forschenden unter anderem den Biomarker «PhenoAge», der verschiedene Blutwerte berücksichtigt.
Der «Welt» zufolge wiesen die Jahrgänge 1965 bis 1974 eine grössere biologische Altersdifferenz als frühere Jahrgänge auf. Die Abweichung lag demnach durchschnittlich um 23 Prozent höher.
Noch deutlicher waren die Unterschiede bei jüngeren Jahrgängen. 90er-Jahrgänge hatten eine um 92 Prozent grössere Altersdifferenz als 1965 bis 1969 Geborene, wie der «Focus» schreibt.
Zusammenhang mit Krebsrisiken untersucht
Die Forschenden betonen, dass die Ergebnisse keine Aussage über einzelne Personen erlauben. Es handelt sich um statistische Zusammenhänge innerhalb untersuchter Bevölkerungsgruppen.
Die Studie beschäftigte sich auch mit der Frage, ob ein höheres biologisches Alter mit Erkrankungen verbunden ist. Laut der «Welt» entwickelten Personen mit höherem biologischem Alter häufiger Krebs vor dem 55. Lebensjahr.
Das biologisch älteste Drittel hatte ein 15 Prozent höheres Risiko für frühe solide Tumoren. Besonders deutlich war der Zusammenhang bei Lungenkrebs mit einem um 57 Prozent erhöhten Risiko.
Forschung untersucht Ursachen für schnelleres biologisches Altern
Warum jüngere Generationen möglicherweise schneller biologisch altern, konnten die Forschenden nicht abschliessend klären. Als mögliche Einflussfaktoren nennt die «Welt» unter anderem Bewegungsmangel, Übergewicht, Schlafprobleme, Stress und Umweltbelastungen.
Auch Zellprozesse stehen zunehmend im Mittelpunkt der Altersforschung. Der «Ad-Hoc-News» zufolge untersuchen Wissenschaftler unter anderem die Rolle von Mitochondrien, Wachstumshormonen und Lebensstilfaktoren.

Im Bereich der sogenannten Longevity-Forschung werden zudem Stoffe wie NMN und PQQ untersucht. Experten von «Harvard Health Publishing» verweisen jedoch weiterhin auf körperliche Fitness als einen wichtigen Faktor für die Lebenserwartung.
















