Zoff auf 3000 Metern: Bergführer gibt Lizenz zurück
Der österreichische Bergführer, der letzte Woche auf dem Grossglockner handgreiflich wurde, hat nun von sich aus entschieden, seine Lizenz zurückzulegen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein österreichischer Bergführer geriet mit einem polnischen Paar in Streit und wurde gegenüber dem Mann handgreiflich.
- Nach der Veröffentlichung eines Videos distanzierten sich der österreichische Berg- und Skiführerverband von ihm.
- Jetzt gab der Bergführer seine Lizenz freiwillig zurück und wird nicht mehr in dieser Funktion arbeiten.
Vor etwa einer Woche kam es auf einer Bergtour am Grossglockner zu einem Zwischenfall. Dabei gerieten ein polnisches Paar und ein österreichischer Bergführer auf dem Mürztaler Steig auf 3000 Metern über Meer aneinander.
Der Bergführer war im Dienst des Kalser Bergführerbüros in Österreich mit einer Gruppe unterwegs. Auf einem schmalen Grat wollte er die polnische Frau überholen. Daraus entstand ein Streit, bei dem er auf den polnischen Begleiter der Frau losging und handgreiflich wurde.
Ein Video des Vorfalls verbreitete sich in sozialen Netzwerken und löste Diskussionen aus.
Wie der österreichische Nachrichtensender «ORF» berichtet, distanzierten sich die Kalser Bergführer öffentlich von ihrem steirischen Kollegen. Und dieser musste die Vereinsjacke abgeben und erhält nun keine weiteren Aufträge mehr.
Der steirische Bergsportführerverband bestätigte am Montag gegenüber «ORF», dass der Bergführer kein Mitglied mehr ist. Der Bergführer habe die Entscheidung, seine Lizenz zurückzulegen, selbst getroffen. Laut Verband sei er im Nachhinein betroffen gewesen über sein Verhalten in dieser Situation.
Laut dem Bergsportführerverband wird der Mann nicht mehr als Bergführer arbeiten. Er war auf dem Grossglockner tätig, weil die Kalser Bergführer den Andrang im Sommer nicht allein bewältigen konnten. Deshalb vermitteln sie Aufträge an Kollegen aus anderen Regionen.
Der Verband zieht Lehren
Der steirische Bergsportführerverband will den Fall nutzen, um ein Thema zu betonen. Es geht um Führungsverantwortung und Vorbildwirkung. Diese Punkte seien zentrale Bestandteile der Ausbildung.
Bergführer brauchen nicht nur technische Fähigkeiten am Berg. Laut Verband sei ebenso entscheidend, wie man eine Gruppe richtig führt und mit schwierigen Situationen umgeht.














