Neun von zehn! Bern schlägt Italiana
Der alte Glanz des Neufeld-Stadions ist nicht ganz verschwunden. Nach dem Aufstieg trifft der FC Bern dort auf die AS Italiana.

Der FC Bern zeigt in seinem ersten Heimspiel der Saison eine sehr zufriedenstellende Leistung. Hinten lässt man kaum etwas zu, und vorne gelingen Tore.
Zwei an der Zahl. Im ersten Durchgang ist es eine Kombination der beiden Innenverteidiger. Lukas Pranjic zirkelt eine Flanke perfekt in die Mitte, und Laurin Diez verwertet aus gut 11 Metern.
Neun von zehn
In der zweiten Hälfte gelingt dann durch einen Elfmeter von Derek Sierra Abia das 2:0. Nach dem 2:0 agiert die Berner Abwehr wie eine undurchlässige Mauer und bringt die ersten drei Punkte der Saison ins Trockene.

Dabei hätte man in Halbzeit eins auch höher führen können, doch Italiana- Keeper Plator Qallakaj glänzt mehrmals mit guten Paraden. Die ersten zwei Spiele hat der FC Bern noch verloren (0:4 im Cup gegen Ajoie-Monterri, 0:2 in der Liga gegen Liestal), nun ist es «ein umso süsserer Sieg», meint Kapitän Adam Begbie.
Entsprechend hoch bewertet er das Spiel: «Neun von zehn Punkten», würde er seinem Team für diesen Auftritt geben, weil man es endlich geschafft habe, die Leistung in Punkte umzumünzen.
Drei von zehn
Die Gäste aus Italiana jedoch sind enttäuscht. Ein kopfloses Offensivspiel und eine, in der ersten Hälfte, schwache Defensivleistung sind der Grund.
Besonders nach vorne kreiert Italiana erschreckend wenig. Als Sinnbild dazu dient die 37. Minute. Torwart Qallakaj stürmt aus seinem Tor und haut den Ball so weit nach vorne, das sein Gegenüber, Bern-Schlussmann Luca Oester einschreiten muss.
Es ist der einzige Ball, der vor der Pause auf das Bern-Tor zufliegt. Auch defensiv ist es eine enttäuschende Partie. Italiana hat es einzig den Paraden von Plator Qallakaj zu verdanken, dass die vielen Berner Chancen in der ersten Halbzeit nur zu einem 0:1 Rückstand führten.
MATCH-TELEGRAMM
Bern: Oester – Pfäffli, Pranjic, Diez, Schmid – Frautschi (89. Eyer), Schafroth, Bazzi – Begbie (87. Michel), Sierra Abia (78. Vijithan), Hertig (87. Jaiteh)
Italiana: Qallakaj – Fankhauser, Santos Barbosa, Perrone, Rhodes (46. Gjulagoski) – Kleiner (63. Solazzo), Vanneste, Bühler, Lauper(79. Grieder) – Triantafillidis (20. Tükenmez), Lokaj
Tore: 1:0 Diez (33., Vorlage Pranjic), 2:0 Sierra Abia (64., Foulelfmeter)
Schüsse: 11:3
Schüsse auf’s Tor: 8:1
Die erhoffte Reaktion nach dem Seitenwechsel bleibt dann auch aus. Oft regt man sich wegen Details zu sehr auf, etwa Schiedsrichterentscheidungen und eigenen Fehlpässen.
«Drei von zehn», bewertet Italiana-Trainer Fabrizio Romano – nicht zu verwechseln mit dem italienischen Transferexperten – das Spiel. Man habe fast jeden Zweikampf verloren und sei nicht bereit gewesen. «Bedenklich», sei das Spiel gewesen. Italiana muss sich deutlich verbessern.
Ferien als Ursache des Fehlstarts
Für die aktuelle Schwächephase findet der Trainer zwei Gründe. Erstens habe Italiana kaum eine Vorbereitung gehabt, da sehr viele Spieler noch in den Ferien waren. Dafür büsse man jetzt.
Zweitens: Die eigenen Stärken habe man noch nicht ausgeschöpft. Das muss sich nun ändern. Nicht, dass man noch in grössere Abstiegsgefahr kommt.
Mission Mittelfeldplatz
Der FC Bern hingegen ist hochzufrieden. Vor allem mit dem Spiel gegen den Ball, wie Kapitän Begbie ausführt. Verbesserungspotenzial sieht er jedoch im Offensivbereich, wo es noch etwas an der Effizienz mangelt.
Trotzdem steht der wichtige erste Sieg, auf dem Weg in Richtung Mittelfeldplatz. Der FC Bern will also dorthin, wo die AS Italiana mal war.















