Wissenschaftler haben Thomas Bernhards Erzählung «Wittgensteins Neffe» frei zugänglich online gestellt. Das Angebot ist Teil eines Digitalisierungsprojekts.
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Ausgestellte Bücher. (Symbolbild) - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Werke von Thomas Bernhard wurden digitalisiert.
  • Besonders die Entstehungsphase und Schreibweise wird dabei erläutert.
  • Es ist Teil des Digitalisierungsprojekt der österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Das Austrian Center for Digital Humanities and Cultural Heritage der Akademie der Wissenschaften hat den Nachlass von Thomas Bernhard digitalisiert. Der ÖAW zufolge ist es die erste historisch-kritische Edition eines Werks von Bernhard. Die Ausgabe gibt detaillierte Einblicke in die Entstehungsphasen und Arbeitsweise des österreichischen Autors.

«Eine Freundschaft» ist der Untertitel der Erzählung aus dem Jahr 1982, wobei Thomas Bernhard seine Freundschaft mit Paul Wittgenstein schildert. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich hierbei um einen Neffen des Philosophen Ludwig Wittgenstein. Bernhard habe «nie menschenfreundlicher, nie zärtlicher» geschrieben als in diesem Text, meinte einst Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.

Anhand der zwei von Bernhard getippten und handschriftlich überarbeiteten Textversionen kann man die Korrekturschritte des Autors nun nachvollziehen. «Besonders in der Überarbeitung ging es darum, Rhythmus in seine Sätze zu bringen», lässt sich die Germanistin Konstanze Fliedl zitieren. Fliedl hat massgeblich an der Online-Ausgabe mitgearbeitet.

«Wittgensteins Neffe» ist die erste digitale Bernhard-Edition, das - skandalumwitterte, 1988 am Burgtheater uraufgeführte - Drama «Heldenplatz» soll folgen.