Wie die Ukraine die Krim als Waffe gegen Putin nutzt
Die Ukraine setzt die von Russland besetzte Krim massiv unter Druck – mit Drohnen, Treibstoffmangel und gezielten Angriffen auf die Infrastruktur.

Tankstellen, die seit Wochen geschlossen sind. Und Strom, der mehrmals täglich ausfällt.
Die Lage auf der besetzten Krim wird immer prekärer.
Wie «ZDFheute» berichtet, hat die Ukraine über 140 russische Tanker im Asowschen Meer attackiert und beschädigt. Diese sollten Treibstoff auf die Halbinsel liefern.
Drohnen legen Nachschub lahm
Militäranalyst Hendrik Remmel vom German Institute for Defence and Strategic Studies analysiert die Lage auf der Krim. Remmel schätzt, dass die Ukraine die russische Nachschubrate auf der Halbinsel bereits auf unter 50 Prozent gedrückt hat.
Remmel erklärt laut «RiffReporter», dass die Ukraine nach dem Scheitern der Bodenoffensive 2023 nun konsequent auf Drohnenangriffe setzt. Dies, um Strassen und Bahnlinien entlang des Asowschen Meeres lahmzulegen.
Die ukrainischen Streitkräfte melden zudem 44 Treffer auf die Strominfrastruktur der Krim sowie den Abschuss wichtiger Hochspannungsleitungen, wie «T-Online» berichtet.
Ukraine greift systematisch an
Laut Marcel Berni, Strategieexperte der Militärakademie an der ETH Zürich, führt die Ukraine eine gestaffelte Abriegelungskampagne auf der Krim durch.
Berni zufolge setzt Kiew dabei gleichzeitig an drei Achsen an, wie «GMX» schreibt. Und zwar an der Kertsch-Brücke, am Landkorridor sowie an der Eisenbahninfrastruktur.
Russische Militärblogger und Kommentatoren stellen offen infrage, ob Moskau versäumt habe, ein wirksames Luftabwehrsystem für die Krim aufzubauen. Der Drohnenangriffschef Robert Browdi sagte laut «T-Online»: «Die russische Schattenflotte verlässt die Bühne.»
Krim als strategisches Nadelöhr
Die Kertsch-Brücke gilt laut «ZDFheute» als der verwundbarste Punkt in der russischen Versorgungskette. Bereits dreimal wurde das Symbol von Putins völkerrechtswidriger Annexion von der Ukraine angegriffen und dabei schwer beschädigt.

Militärexperte Gustav Gressel betont, dass die Krim für Putin nicht nur strategisch, sondern auch politisch von zentraler Bedeutung sei.
Da es keine alternative Ost-West-Verbindung von Mariupol aus gibt, sind russische Truppen weiterhin auf den Nachschub über die Halbinsel angewiesen.
















