China liefert Russland Sprit – Putin räumt Engpässe ein

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Russland,

    Die Treibstoffkrise in Russland verschärft sich dramatisch. China plant Notlieferungen – doch Experten zweifeln, ob das die Lage lösen kann.

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    Lange spielte der Kreml die Versorgungsprobleme herunter, bis Putin erstmals öffentlich Engpässe einräumte und Gegenmassnahmen ankündigte. - keystone

    Ukrainische Drohnenangriffe haben weite Teile der russischen Raffinerielandschaft ausser Gefecht gesetzt. Wie «Finanzmarktwelt» berichtet, sind mittlerweile rund 55 der 85 russischen Föderationssubjekte von Benzin- und Dieselengpässen oder Rationierungen betroffen.

    Der Kreml versuchte lange, die Versorgungsprobleme als lokale Angelegenheiten darzustellen. Putin räumte erstmals öffentlich ein, dass sich die Versorgungslage verschlechtert hat – und kündigte Gegenmassnahmen an.

    Kann China Russlands Treibstoffkrise lösen?

    Für den Sommer laufen Vorbereitungen für Notfalllieferungen aus China, Indien und weiteren asiatischen Staaten. Russland hat seit April ein vollständiges Exportverbot für Benzin erlassen – Anfang Juni folgte ein Ausfuhrverbot für Flugbenzin.

    China als Retter in der Not?

    Der Ökonom Kirill Rodionow stuft asiatische Lieferungen allerdings als begrenzte Testlieferungen ein, nicht als strukturelle Versorgungslösung. Die Importkosten lägen laut «Finanzmarktwelt» deutlich über den staatlich regulierten Inlandspreisen – die nötige Importinfrastruktur fehle zudem.

    «Focus» beziffert den Preis für Treibstofflieferungen aus China auf 0,85 US-Dollar je Liter. Das liegt weit unter dem, was russische Tankstellen in Krisenregionen verlangen.

    Russlands Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak versicherte, die Probleme würden angegangen. Russland steuert laut «MarketScreener Deutschland» seine strategischen Benzinreserven an – bei einem Tagesverbrauch von 110'000 Tonnen reichen sie zwei Wochen.

    Strukturelle Schwäche tritt zutage

    Analysten zeigen auf, dass sich das Kräfteverhältnis zwischen Moskau und Peking verschoben hat. China ist auf russisches Öl nicht angewiesen, sondern deckt seinen Bedarf flexibel über verschiedene Lieferländer.

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    Putin gesteht: Russland hat ein Benzinproblem. China soll helfen – doch der Preis zeigt, wer in dieser Partnerschaft das Sagen hat. - keystone

    Russland dagegen verfügt kaum noch über alternative Grossabnehmer. Damit bestimme laut «Finanzmarktwelt» nicht Moskau den Preis, sondern seine Kunden – darunter China.

    Die Reparatur beschädigter Raffinerien gestaltet sich wegen westlicher Sanktionen ausserordentlich schwierig. Betroffen seien vor allem Hydrocracker-Anlagen, die für die Benzin- und Dieselproduktion unverzichtbar sind.

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    Kommentare

    User #3675 (nicht angemeldet)

    Hauptsache, wir importieren fleissig Chinaschrott, so kann Putin besser geholfen werden.

    User #5325 (nicht angemeldet)

    Und der Westen liefert sich langsam aber sicher den Chinesen aus, wenn vorerst auch nur in wirtschaftlicher Hinsicht; das böse Ende wird folgen.

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