Der WHO-Chef hat sein Bedauern zum Impfstoff-Mangel in armen Ländern ausgedrückt. Schuld gibt er den Herstellern, die sich immer neue Ausreden einfallen lassen.
WHO-Chef Tedros
Tedros Adhanom Ghebreyesus ist mit der Impfstoff-Verteilung der Hersteller unzufrieden. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der WHO-Chef hat die Impfstoff-Hersteller für ihre Verteilung kritisiert.
  • Es gebe immer neue Ausreden, weshalb die ärmeren Länder einen Impfstoff-Mangel haben.
  • Dabei könnten die Hersteller in den Augen von Tedros dem Covax-Programm den Vorzug geben.

Wegen des anhaltenden Impfstoffmangels in ärmeren Ländern hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Corona-Impfstoffhersteller scharf kritisiert. Die Produzenten sollten den Bestellungen seiner Ansicht nach dem solidarischen UN-Impfstoff-Programm Covax den Vorzug geben.

Ärmere Länder haben sich auf Covax verlassen

«Am wichtigsten ist nicht der Gewinn für Aktionäre», sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf. Man höre Ausreden, warum die ärmeren Länder bislang nur 0,4 Prozent des Impfstoffs erhalten hätten, sagte Tedros.

Coronavirus Impfung G7
Ein Arbeiter nimmt eine Covax-Lieferung entgegen. (Symbolbild) - AFP

Sie machen neun Prozent der Weltbevölkerung aus. Eine Ausrede sei, sie seien noch nicht bereit, um Impfprogramme aufzulegen. Das treffe nur auf wenige Länder zu, sagte Tedros. Eine andere Ausrede der Hersteller sei, die ärmeren Länder hätten nichts bestellt.

Aber Tedros verwies darauf, dass sie sich auf das Covax-Programm verlassen hätten. Covax habe Geld und Verträge, aber die Hersteller lieferten nicht.

Mehr zum Thema:

WHO Coronavirus