Wegen Overtourism: Gemeinden verbieten jetzt Koffer am Mont Blanc
Der Mont Blanc zwischen Frankreich und Italien wird überrannt. Gemeinden auf den Wanderrouten wollen nun das Tourismus-Chaos mit neuen Regeln stoppen.

Das Wichtigste in Kürze
- Rund 90'000 Menschen wandern inzwischen pro Saison um den Mont Blanc.
- Gemeinden verlangen ab nächstem Sommer reservierte Unterkünfte entlang der Route.
- Wildcamper und Rollkoffer sollen auf der 170-Kilometer-Tour verschwinden.
Die Rundwanderroute um den Mont Blanc gilt als eine der eindrucksvollsten Wanderungen Europas. Die Tour ist 170 Kilometer lang. Und führt über rund 10'000 Höhenmeter durch Frankreich, die Schweiz und Italien.
Die Bekanntheit der Tour du Mont Blanc wird zunehmend zum Problem. Denn der Ansturm der Touristen wird für die umliegenden Gemeinden untragbar. Nun ergreifen sie Massnahmen, um die Lage in den Griff zu bekommen.
Die Besucherzahlen auf der berühmten Rundwanderroute sind seit der Corona-Pandemie in die Höhe geschnellt.
Pro Saison kommen inzwischen rund 90'000 Menschen – das sind fast 50 Prozent mehr als früher. Das schreiben die betroffenen Gemeinden in einer gemeinsamen Mitteilung.
Mitte September haben sich die Gemeinden mit Unterkunftsanbietern, Bergführern, Transportunternehmen und staatlichen Stellen zusammengesetzt. Sie haben gemeinsame Grundsätze beschlossen.
«Wir verbieten nicht, sondern wir organisieren»
Wer die Route begehen will, soll künftig im Sommer eine Unterkunft reservieren müssen. Wildcampen soll verboten werden.
Ausserdem sollen Wanderinnen und Wanderer nur noch mit Trekking-Rucksäcken anreisen dürfen. Rollkoffer sind auf der Route künftig nicht mehr erlaubt.
Jean-Marc Peillex, Präsident der Vereinigung der Gemeindepräsidenten der Region Mont Blanc, sagt gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: «Wir verbieten nicht, sondern wir organisieren.»
Laut Peillex soll die Tour wieder aufgewertet werden. Man solle nicht mehr im Gänsemarsch gehen müssen. Denn es sei nicht schön, wenn die Leute auf der Wanderung nur den Hintern der anderen sehen.

















