Heimliches Filmen: Pariser Justiz ermittelt zu Smart Glasses
Weil Frauen auf der Strasse heimlich mit sogenannten Smart Glasses gefilmt und die Videos online gestellt wurden, hat die Pariser Staatsanwaltschaft Vorermittlungen eingeleitet.

Den Tätern drohen zwei Jahre Haft und 45.000 Euro (rund 42.300 Franken) Geldstrafe, wie die Justizbehörde mitteilte. Zuvor hatten mehrere Frauen Anzeige wegen Verletzung der Privatsphäre erstattet.
Die Staatsanwaltschaft spricht von einer steigenden Tendenz, Frauen in der Öffentlichkeit ohne deren Einwilligung mit Datenbrillen zu filmen und die Aufnahmen anschliessend in sozialen Medien zu posten. Teils ermittelt sie in dem Zusammenhang auch zu sexuellen Übergriffen. Dem Sender France Info zufolge belästigen und provozieren Männer dabei gezielt Frauen und filmen ihre Reaktion heimlich mit der Brille.
Véronique Béchu, Leiterin des Observatoriums gegen digitale Gewalt e-Enfance, sagte bei France Info, es gebe ganze Konten, die ausschliesslich solche Videos verbreiteten. Béchu forderte, es müssten nicht bloss die Videos gelöscht, sondern die Konten geschlossen werden.
Smart Glasses sind mit einer Kamera und Mikrofon ausgestattete Brillen, die sich optisch kaum von gewöhnlichen Brillen unterscheiden. Die Pariser Justiz hat jüngst auch getestet, ob mit den Brillen andere Straftaten begangen werden können – etwa das Abgreifen von Zugangsdaten wie Pins und Passwörtern.














