Bub (9) auf Mont Blanc: Jetzt ernten Eltern Shitstorm

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Frankreich,

    Lelio stellt als jüngster Besteiger des Mont Blanc einen Rekord auf. Die Eltern kassieren einen Shitstorm. Ihnen wird «Mediengeilheit» vorgeworfen.

    Mont Blanc
    Der 9-Jährige Lelio hat den Mont Blanc bestiegen. - Facebook/Hiking Vibes 8.1

    Das Wichtigste in Kürze

    • Weil ihr neunjähriger Sohn auf den Mont Blanc stieg, kassieren die Eltern von Lelio einen Shitstorm.
    • Es sei zu gefährlich, sie seien verrückt und hätten es «bloss für die Sichtbarkeit» getan.
    • Dem Vater wird auch vorgeworfen, den Sohn manipuliert zu haben.

    Lelio Massimo di Roccasecca stellte einen Rekord auf: Als jüngster Bergsteiger stand der Neunjährige auf dem Mont Blanc, dem mit 4807 Metern höchsten Berg Europas.

    Der Vater postete ein Foto des Erfolgs auf Social Media. Mehrere Medien berichteten über die Geschichte.

    Neben zahlreichen Glückwünschen für den Neunjährigen gibt es auch viel Kritik für die Eltern.

    In den Kommentarspalten sammeln sich unzählige Vorwürfe und Beleidigungen: Die Besteigung des Berges sei für ein so junges Kind zu gefährlich, schreibt jemand.

    Eine weitere Person kritisiert, dass eine solche Höhe für ein Kind dieses Alters ungeeignet sei. «Aber die Eltern werden sich freuen, da sie viele Likes bekommen.»

    Die «übereifrigen» Eltern wollten unbedingt mit den Erfolgen ihres Kindes prahlen, lautete ein weiterer Vorwurf. Der User ist sich sicher, dass es einen solchen «Quatsch» ohne soziale Medien nicht geben würde.

    Alles «bloss für die Sichtbarkeit»?

    Die Eltern werden auch als «verrückt» und egozentrisch bezeichnet. Sie würde das alles «bloss für die Sichtbarkeit» machen.

    Waren die Eltern von Lelio unverantwortlich?

    Dem Vater wird gar vorgeworfen, sein Kind manipuliert zu haben. Einige User spekulieren, ob Lelio tatsächlich freiwillig auf den Berg stieg oder ob er gezwungen wurde.

    Die Rede ist auch von «überschäumendem Eifer» des Vaters. Ihm wird «Mediengeilheit» vorgeworfen.

    Lelios Vater ist ein erfahrener Bergsteiger

    Der Mont Blanc ist in der Regel kein Berg für Kinder. Die französische Gemeinde Saint-Gervais-les-Bains schreibt, dass der Gipfel ab 16 Jahren bestiegen werden könne. «Wenn der Jugendliche ausreichend trainiert und motiviert ist.»

    Das scheint Lelio gewesen zu sein. Laut dem Vater bestieg der Sohn bereits im Alter von drei Jahren seinen ersten Gipfel im Apennin. «Danach gab es kein Halten mehr.»

    Und das Bergsteigen liegt in der Familie: Der Vater selbst war schon auf dem Mount Everest und dem K2.

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    Kommentare

    User #3264 (nicht angemeldet)

    Ungwöhnliche Leistung. Das Kind ist demnach sehr gesund und gut trainiert. Würde es in Bhutan leben - so auf 3000m - wäre eine Besteigung auf 4000m und mehr eine Kleinigkeit.

    User #4000 (nicht angemeldet)

    Ich kenne die Familie ja nicht. Kann mir gut vorstellen, dass der Junge das wirklich wollte. Und grössere Wanderungen und kleinere Besteigungen sind ja ok. Jedoch finde ich, die Eltern müssen klare Grenzen setzen. Der Mont Blanc ist eine völlig andere Liga und für ein Kind in diesem Alter noch nicht geeignet. Natürlich ist der Vater stolz und heutzutage wird ja alles gepostet. Mediengeilheit finde ich daher übertrieben. Mir scheint eher, der Vater will selbst nicht verzichten und nimmt sein Kind halt einfach mit. Aber ja, heutzutage muss man sich ab nichts mehr wundern.

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