32 Bergsteiger gerettet – Streit um Mega-Einsatz eskaliert
32 Personen mussten vom Mont Blanc gerettet werden – sie sollen Warnungen ignoriert und eine Gratis-Rettung gefordert haben. Es herrscht Zoff in den Alpen.

Das Wichtigste in Kürze
- 32 Alpinisten mussten auf dem Mont Blanc wegen Steinschlaggefahr gerettet werden.
- Die Frage, die nun viele umtreibt: Haben die Bergsteiger Warnungen ignoriert und dann eine Gratis-Rettung erwartet?
- Um den Einsatz ist nun ein öffentlicher Streit entbrannt.
Aufregung in den französischen Alpen: 32 Bergsteiger mussten auf dem Mont Blanc wegen Steinschlaggefahr gerettet werden. Jetzt ist ein öffentlicher Streit über die Darstellung des Vorfalls entbrannt.
Haben die Geretteten Warnungen extra ignoriert und danach auch noch eine Gratis-Rettung erwartet?
Haben sich Bergsteiger bewusst über Warnungen hinweggesetzt?
Die Alpinisten waren trotz Warnungen aufgestiegen und mussten ihre Rettung im Nachhinein selbst bezahlen.
Nun widerspricht der Präsident des französischen Alpenvereins FFCAM, Charles Van der Elst, der Version des zuständigen Bürgermeisters. In einer auf LinkedIn veröffentlichten Mitteilung fordert Van der Elst, die Fakten richtigzustellen.
«Lassen wir nicht zu, dass sich eine Darstellung durchsetzt, die nicht der Wahrheit entspricht», schreibt er.
Doch von vorne.
«Absurd»
Bürgermeister Jean-Marc Peillex hatte von einer «absurden Situation» gesprochen und eine kostenlose Evakuierung der Bergsteiger abgelehnt. Er warf ihnen vor, sich bewusst über Warnungen hinweggesetzt zu haben.
Es sei also bereits bekannt gewesen, dass Steinschlaggefahr herrsche – die Bergsteiger haben das ihm zufolge ignoriert.
Das habe sich so nicht zugetragen, kontert nun der Alpenvereins-Chef: Die Bergsteiger seien zum Zeitpunkt der Warnungen bereits unterwegs gewesen. Sie hätten erst auf der Hütte von der «lebensgefährlichen Steinschlaggefahr» erfahren.
Die Bergrettung folge einem einfachen Prinzip, heisst es in der Mitteilung: «Man macht die Rettung nicht davon abhängig, wie die Person dorthin gelangt ist.»
Geretteter schildert seine Sicht
Der Bürgermeister hatte am 11. August die sofortige Schliessung zweier Hütten angeordnet, zu einer davon die Gruppe unterwegs war.
Nach Angaben eines Geretteten erfuhren die Bergsteiger erst am Nachmittag des 11. August von der Entscheidung des Bürgermeisters. Zu diesem Zeitpunkt waren sie bereits weit aufgestiegen.
Die Gruppe verbrachte die Nacht deshalb wie ursprünglich geplant in der Hütte und wartete zunächst auf Informationen. Zwar erklärten die Hüttenwirte, ein Abstieg zu Fuss sei grundsätzlich möglich. Wegen des starken Steinschlags rieten sie jedoch davon ab.
Der Gerettete sagt zum Online-Portal «Alpin»: «Einige Leute stiegen zu Fuss ab. Aber wenn alle 32 Bergsteiger am 12. August abgestiegen wären, wäre mit grosser Wahrscheinlichkeit etwas passiert.»
Bürgermeister: «Sinnlose Kontroverse»
Bürgermeister Peillex lässt die Kritik nicht auf sich sitzen und reagiert auf Instagram. Dort bezeichnete er die Stellungnahme als «sinnlose Kontroverse» und wirft Van der Elst vor, den Bezug zur Realität in den Bergen verloren zu haben.
Er schimpft: «Es ist an der Zeit, dass die Akteure aus den Bergen wieder die Zügel in die Hand nehmen, um diesen Standpunkten der Städter entgegenzutreten.»












