Wegen 9-Euro-Ticket: Fernbusse leiden unter Fahrgastvelust
Deutschen Fernbus-Unternehmen gehen die Passagiere aus. Grund: Das kürzlich eingeführte 9-Euro-Ticket. Die Fernbusse fordern, mehr berücksichtigt zu werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Deutsche Fernbusse leiden zum Teil massiv unter dem 9-Euro-Ticket.
- Viele Unternehmen beklagen einen Passagierrückgang von über 60 Prozent.
- Sie begrüssen das Billigticket zwar, fordern aber, berücksichtigt zu werden.
Vor kurzem wurde in Deutschland das Neun-Euro-Ticket eingeführt. Was für viele Passagiere ein Vorteil ist, wird für Fernbus-Unternehmen zum Nachteil. Diese leiden unter einem massiven Fahrgastverlust.
Fahrgastverluste von über 60 Prozent
Alle im Fernverkehr tätigen befragten Busunternehmen haben für den Monat Juni gesunkene Fahrgastzahlen angegeben. Das erklärte der Branchenverband der privaten Busunternehmen (BDO) am Samstag. «Bei über 70 Prozent der Unternehmen lagen die Verluste sogar bei über 60 Prozent.»

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen begrüsse grundsätzlich die gestiegenen Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr. Die Verluste für die Busunternehmen seien aber «von der Politik weder beabsichtigt noch gewünscht», erklärte der Verband. Deshalb brauche es «eine politische Nachjustierung und Einbeziehung der mittelständischen Reisebusbranche bei möglichen Nachfolgeregelungen des 9-Euro-Tickets».
Mehrere Nachfolge-Lösungen des 9-Euro-Tickets diskutiert
«Ziel eines durch Steuermittel finanzierten ÖPNV-Billigtickets kann nicht sein, dass sich ohnehin schon umweltfreundliche Verkehrsmittel gegenseitig Fahrgäste abwerben.» Dies erklärte BDO-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard. «Die gemeinsame Aufgabe muss sein, den Individualverkehr mit Pkw zu reduzieren, um den Klimaschutz voranzubringen.»

Das Neun-Euro-Ticket ist Teil der staatlichen Entlastungspakete, mit denen die gestiegenen Energie- und Spritpreise kompensiert werden sollen. Angesichts der hohen Nachfrage werden derzeit verschiedene Vorschläge für mögliche Anschlusslösungen diskutiert. Die Finanzierung ist allerdings unklar.
















