«Bin zu fett»: GNTM-Star Stefanie Giesinger kritisiert Modelbranche

Luca Micheli
Luca Micheli

Deutschland,

Der Auftritt platzte – weil ihre Körperfigur nicht den heutigen Idealen entspreche. Stefanie Giesinger packt über den harten Kampf in der Modelbranche aus.

Stefanie Giesinger
Stefanie Giesinger spricht offen über den Druck in der Modelbranche. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Stefanie Giesinger wurde für ihr Engagement an der Fashion Week in Mailand ausgeladen.
  • Laut dem Model habe sich der Designer für eine dünnere Konkurrentin entschieden.
  • Die 29-Jährige warnt: «Es ist kein gesundes Schönheitsideal.»

Als Model ist man ständig dem Druck ausgesetzt, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. Das kennt auch Stefanie Giesinger nur zu gut. In ihrem Podcast «G Spot» berichtet sie nun von einer unschönen Erfahrung.

Seit ihrem Sieg bei «Germany's Next Topmodel» im Jahr 2014 ist Giesinger auf den verschiedensten Laufstegen der Welt präsent. Neben Kooperationen mit grossen Marken hat sich die Deutsche auch als angesagte Influencerin einen Namen gemacht. Klingt alles nach heiler Glitzer- und Glamourwelt.

Stefanie Giesinger
Stefanie Giesinger (r.) startete 2014 nach ihrem «GNTM»-Sieg in der Modelbranche durch. - keystone

Doch hinter den Kulissen verläuft auch bei Stefanie Giesinger nicht immer alles reibungslos. Erst kürzlich musste sie einen beruflichen Rückschlag verkraften, wie sie jetzt offenbart. So hätte sie an der Fashion Week in Mailand (I) auftreten sollen – doch ihr Engagement platzte.

«Körperideal wurde dünner»

Der Grund? Giesinger wurde offenbar eiskalt ausgeladen!

Ursprünglich wäre sie für drei Shows gebucht gewesen, die Lust «wieder mehr zu modeln» hatte sie gepackt. Doch mitten in den Vorbereitungen hätte es Situationen gegeben, die sie «aus dem Konzept gebracht haben».

Stefanie Giesinger
Februar 2026: Model Stefanie Giesinger präsentiert sich topschlank. - keystone

Was Giesinger feststellen musste? Alle anderen potenziellen Models kamen offenbar in einer deutlich dünneren Silhouette daher.

«Ich hatte genauso einen Körper, als ich sieben bis zehn war», erklärt das Model. Doch die Anforderungen hätten sich zuletzt gewandelt: «Ich würde sagen, dass in den letzten Jahren das Körperideal noch mal dünner wurde.»

«Meine Welt ist zusammengebrochen»

Zunächst machte ihr der Designer noch Komplimente – bis Stefanie Giesinger später einen Anruf mit der bitteren Abfuhr erreichte. In letzter Minute habe man sich für ein anderes Model entschieden, das den optischen Vorstellungen eher genügte.

Stefanie Giesinger
Die 29-Jährige kassierte von einem Designer eine Absage. - Instagram / @stefaniegiesinger

«Meine Welt ist zusammengebrochen», erinnert sich der «GNTM»-Star im Podcast. «Und was auch immer die Gründe dafür sind, all meine Unsicherheiten wurden hochgeholt: Ich bin jetzt zu alt, Ich bin jetzt zu fett, ich kann kein Model sein.»

Zurück im Hotelzimmer sei sie in Tränen ausgebrochen und habe dabei zugesehen, wie die ausgewählte Frau über den Laufsteg schritt. Giesinger fühlte sich in ihrer Vermutung bestätigt, wonach erfolgreiche Models jünger – und vor allem noch dünner erscheinen sollen.

Stefanie Giesinger kritisiert Mager-Wahn

Giesinger macht auf den Mager-Wahn in der Fashion-Branche aufmerksam und warnt in dieser Entwicklung junge Frauen vor gesundheitlichen Risiken. Bei 80 bis 90 Prozent der Models würde die Regelblutung ausbleiben, da der Körper in einen Notmodus schalte. Für sie ist klar: «Es ist kein gesundes Schönheitsideal.»

Bereits zu Beginn ihrer Laufstegkarriere musste Stefanie Giesinger Anpassungsfähigkeit beweisen. Damals seien ihre angeblich zu breiten Hüften bei einem Auftritt kurzerhand mit einer Jacke kaschiert worden.

Stefanie Giesinger
Stefanie Giesinger bei einem Auftritt im Mai 2019. - keystone

Die 29-Jährige bedauert die schwindende Vielfalt in der Branche, sie selbst fühlt sich in dieser Bubble nicht mehr gesehen. Doch sie hat gelernt, ihren Körper so zu akzeptieren, wie er ist. Unabhängig von den Erwartungen Aussenstehender.

Bist du zufrieden mit deinem Körper?

Giesinger weiss: «Ich habe einen gesunden Körper und ich ernähre mich überwiegend gesund (…). Und wenn das bedeutet, ich passe halt nicht mehr in die XS, dann ist das für mich auch vollkommen fein. Und ich muss mich jetzt nicht diesem neuen, schlanken Körperideal fügen, das ich wahrgenommen habe bei der Fashion Week.»

Manuela Frey: «Zu alt» und «zu dick» fürs Modeln?

Dass Diversität auf dem Laufsteg offenbar rückgängig wird, musste auch Manuela Frey (29) am eigenen Leib erfahren. Die Aargauerin fühlt sich in ihrem Job als Model zunehmend eingeschränkt. Zuletzt nahm sie an einem Casting in New York teil – doch ein darauffolgendes Engagement blieb aus.

Manuela Frey Stefanie Giesinger
Auch das Aargauer Model Manuela Frey ist sich den veränderten Erwartungen von Auftraggebern bewusst. - Instagram / @manuelatatjana

«Ich habe sehr schnell gemerkt, dass ich heute keine Chance mehr habe», gestand sie kürzlich im SRF-Podcast «Focus». Der «Switzerland's Next Topmodel»-Host erläuterte selbstkritisch, woran das liegt: «Erstens bin ich zu alt – ich werde bald 30. Zweitens: Zu dick. Das ist einfach so, ich will es nicht beschönigen.»

Freys Modelkarriere nahm nach ihrem Sieg am «Elite Model Look Switzerland» im Jahr 2012 schnell Fahrt auf. Damals war sie gerade mal 15 Jahre alt – auf der Jugendlichen lastete ein enormer Druck von aussen.

«Heroin Look» wieder im Trend

Die Aargauerin setzte sich hohe Ziele – und setzte dafür ihre Gesundheit aufs Spiel. Innerhalb von zwei Monaten verlor Manuela zehn Kilo.

Manuela Frey Stefanie Giesinger
Manuela Frey sprach im SRF-Podcast «Focus» mit Stefan Büsser über die Anfänge ihrer Modelkarriere. - SRF

Wie Stefanie Giesinger ist auch Manuela Frey der Ansicht, dass Models mit mehr Kurven heutzutage weniger erwünscht seien. Auf dem Runway, so die Aargauerin, gehe der Trend wieder zurück in Richtung «Heroin Look».

Mittlerweile hat sich Frey mit einer eigenen Casting-Agentur ein zweites Standbein aufgebaut. Von den Erwartungen in der Modelbranche möchte sich die Aargauerin nicht abhängig machen. Denn eines hat sie bereits in jungen Jahren gelernt: Trotz Gegenwind standhaft zu bleiben. «Man kann nicht immer die Beste sein.»

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