Wal-Rettern droht Klage von Umweltministerium
Wochenlang war Buckelwal «Timmy» in der Ostsee gestrandet. Mittlerweile konnte das Tier gerettet werden, doch es gibt Kritik. Vom Wal fehlt derweil jede Spur.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit einer Woche befindet sich Buckelwal «Timmy» nach seiner Rettung in Freiheit.
- Doch rund um die Rettung wurden offenbar wichtige Abmachungen nicht eingehalten.
- Das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern will nun Klage erheben.
Zwar konnte der wochenlang in der deutschen Ostsee gestrandete Buckelwal «Timmy» erfolgreich gerettet werden. Doch Ruhe ist rund um den Meeressäuger noch immer nicht eingekehrt.
Der Wal konnte dank einer privaten Initiative aus seiner misslichen Lage befreit und in die Nordsee transportiert werden. Dort wurde er am vergangenen Samstag schliesslich in die Freiheit entlassen.
Doch an der Freisetzung des Wals gibt es seither massive Kritik. Diese war von der Schiffscrew eigenmächtig vorgenommen worden – ohne zustimmung der Wal-Retter.
Zudem sei dabei brutal mit «Timmy» umgegangen worden. Auch sei unklar, wie es dem Wal zum Zeitpunkt der Freilassung ging. Denn: Vor der Freisetzung gab es kein tierärztliches Gutachten.
Gleichzeitig kritisierten Wal-Experten bereits vor der Freilassung, «Timmy» sei möglicherweise gar nicht überlebensfähig. Einige warnten gar, der geschwächte Wal könne ertrinken.
«So war es vereinbart»
Kritik kommt auch aus dem Umweltministerium des deutschen Bundeslands Mecklenburg-Vorpommern.
Dort überlegt man sich offenbar sogar, rechtliche Schritte gegen die private Walrettungs-Initiative zu erheben. Das berichtet der deutsche «Spiegel».
Denn: Laut Umweltminister Till Backhaus habe die private Rettungsinitiative gegen drei zentrale Abmachungen verstossen. Vereinbart gewesen seien eine Videoüberwachung, die Weitergabe der Tracker-Daten und ein tierärztliches Gutachten.

«So war es vereinbart», erklärt Backhaus der «Bild». Doch: Trackerdaten liegen dem Umweltministerium trotz mehrfacher Nachfrage nicht vor.
«Wir haben keine Daten»
Nun will man die private Initiative durch eine Klage zur Herausgabe der Daten zwingen. Nur: Der Tracker sendet laut der Rettungs-Initiative wegen einer Fehlfunktion wohl kaum Daten.

Rettungs-Financier Walter Grunz erklärt der Zeitung: «Wir haben keine Daten, die wir Herrn Backhaus geben können.»
Das Gerät sende zwar. Aber: «Es übermittelt keine verwertbaren Informationen. Wir wissen nicht, warum.»



















