Timmy liegt laut Fachleuten im Sterben
Der vor der deutschen Insel Poel gestrandete Buckelwal Timmy sitzt noch immer fest. Doch der Buckelwal ist zu krank für einen weiteren Rettungsversuch.

Das Wichtigste in Kürze
- Der vor der Insel Poel gestrandete Wal sitzt noch immer fest.
- Sein Zustand bleibt unverändert, sein Überleben wird als «unwahrscheinlich» eingestuft.
- Heute soll über sein Schicksal entschieden werden.
Der Zustand des vor der deutschen Ostseeinsel Poel gestrandeten Buckelwals ist weiter unverändert. Der Wal atmete auch am Ostermontag Behörden zufolge noch immer regelmässig alle zwei bis vier Minuten.
Die Polizei sei in der Nacht vor Ort gewesen, um den seit Dienstag festliegenden Meeressäuger zu beobachten. Das teilte das zuständige Umweltministerium des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern mit.
Doch der letzte Hoffnungsschimmer – eine Rettung per Katamaran – erlosch am Montagnachmittag jäh. Alle Entwicklungen erfährst du im Nau.ch-Ticker:
Auf der Pressekonferenz am Nachmittag wurde bekannt gegeben, dass man den Wal ab sofort in Ruhe lässt. Timmy ist zu krank für einen weiteren Rettungsversuch. Damit er in Würde sterben kann, hat die Polizei ein Sperrgebiet mit einem Radius von 500 Metern um ihn eingerichtet.
Timmy liegt im Sterben
16.40: Der in der Ostsee vor Deutschland gestrandete Buckelwal liegt Fachleuten zufolge im Sterben.
Dass der Wal nicht auf Boote reagiere, sei ein Zeichen für den Sterbeprozess, sagte Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Wie lange dies dauere, sei unklar. Es könne heute Abend passieren, aber auch erst in drei Tagen.
Wale brauchen Schwerelosigkeit im Wasser
Das Hauptproblem seien das Gewicht des Buckelwals und das flache Wasser, sagte König. «Wale brauchen die Schwerelosigkeit im Wasser, das Gewicht wird immer weiter auf die Organe drücken, das führt zu Organversagen und Kreislaufkollaps», sagte König. «Es hängt davon ab, wie viel Auftrieb er im Wasser hat, und vom Gesamtzustand.»
Auch die durch den geringen Salzgehalt des Wassers geschädigte und eingerissene Haut sei ein Problem: «Es bilden sich Blasen, und die werden von Möwen angepickt.» Dann könnten Pilze und Bakterien die Wunden besiedeln und sich auf den ganzen Organismus auswirken, was den Wal zusätzlich schwäche.
Laut Stephanie Gross vom Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung geht es dem Wal zunehmend schlecht. Er habe zuletzt auf Annäherung per Boot praktisch nicht mehr reagiert, sagte Gross am Dienstag. Zuvor habe der Wal noch die Schwanzflosse bewegt oder den Kopf angehoben.
Wal kann nicht getötet werden
Den Wal zu töten und von seinem Schicksal zu «erlösen», sei aktuell keine Option, sagte König. Auch Backhaus hatte dies bereits ausgeschlossen. Für ein Einschläfern ist bei so grossen Säugetieren in der Praxis laut König zu wenig bekannt. Es bestehe die Gefahr, dass Medikamente zu gering dosiert werden und der Wal die Tötung bei vollem Bewusstsein miterlebe.
Nicht aus eigener Kraft
Der an der Ostseeküste vor Wismar gestrandete Buckelwal wird sich Experten zufolge nicht aus eigener Kraft befreien können.

16.30: Sterbehilfe werde es keine geben für den Wal. Backhaus betont, dass man den Wal nach seinem Tod untersuchen wolle, um die Todesursache herauszufinden. «Da haben wir alle ein Recht drauf». Das Tier müsse in jeden Fall geborgen werden.
16.26: Eine Katamaran-Rettung sei nicht umsetzbar. Timmy sei «nicht transportfähig», seine Haut zu stark angegriffen und er ist zu gestresst. Der mögliche Rettungsversuch mit einem Katamaran aus Dänemark sei zu keinem Zeitpunkt realisierbar.
16.20: Der Gesundheitszustand des Wals habe sich erneut verschlechtert . Auf das Boot habe das Tier heute nicht reagiert.

16.15: Auch heute war ein Rettungsboot beim Wal und hat seinen Zustand untersucht. Das Tier liegt in einer Mulde, sein Rücken ragt etwa 40 Zentimeter aus dem Wasser. Um sich freischwimmen zu können, bräuchte der Wal einen Wasserstand, der rund 60 Zentimeter höher ist als derzeit. In den kommenden vier Tagen werde dieses Szenario jedoch leider nicht eintreten.
16.00: Die Pressekonferenz beginnt. Gleich geben die Experten bekannt, wie es um Timmys Gesundheit steht und wie es für ihn weitergeht.
Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, spricht zu den Medien. Über die Osterfeiertage sei alles Mögliche getan worden, um den Gesundheitszustand des Wals erneut zu untersuchen. Für ihn persönlich sei es die «schlimmste Osterphase» gewesen, die er je erlebt habe.
Rettung mit Katamaran wird ausgeschlossen
14.49: Eine Katamaran-Rettung wird mittlerweile offenbar ausgeschlossen. Ursprünglich wollten die Experten breite Gurte unter Timmy legen und in anschliessend auf ein Netz hieven. So hätte der Wal abtransportiert werden können.
Doch der Einsatz hätte die ohnehin schwer geschädigte Haut des Tieres weiter verletzt. Deshalb wurde dieser Ansatz wieder verworfen.
Expertenteam rückt mit Boot aus
14.07: Am Dienstagnachmittag ist ein Expertenteam, bestehend aus Wissenschaftler des Deutschen Meeresmuseums und des Instituts für terrestrische und aquatische Wildtierforschung, zu Timmy rausgefahren.

Wie «Bild» berichtet, wurde der Wal von zwei Tauchern begutachtet. Das Expertenteam versucht Erkenntnisse über den Gesundheitszustand des Tieres zu gewinnen.
Um 16 Uhr wollen die Experten weiter über die Überlebenschancen von Timmy informieren.
Timmy atmet weiterhin
08.55: «Es gibt keine Neuigkeiten», sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Wismar am Dienstagmorgen. Das 12,35 Meter lange Tier liegt weiterhin unverändert vor der Insel Poel.
Wie auf Videos zu sehen ist, atmet der Wal jedoch weiterhin in regelmässigen Abständen.
Schicksal von Timmy wird heute entschieden
07.09: Wie weiter mit dem gestrandeten Wal Timmy? Darüber beraten sich Experten und Gutachter noch immer. Der Tod des grossen Tieres scheint mittlerweile unausweichlich.

Heute Dienstag soll ein Gutachten präsentiert werden, hiess es von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus am Montagabend gegenüber «News5». Man werde die «finale Entscheidung» treffen müssen.
Das Gutachten werde von Tierärzten und Meeresbiologen angefertigt. Es soll auch aufzeigen, ob von dem sterbenden Tier eine Gefahr für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit ausgeht. Der niedrige Salzgehalt hat dem Tier stark zugesetzt.



















