Vorwürfe gegen Mitarbeiter - Prinz Charles: «Keine Kenntnis»

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Grossbritannien,

Ritterschlag und britischer Pass gegen Spenden? Medien berichten über zweifelhafte Angebote, die ein enger Vertrauter des britischen Thronfolgers einem saudischen Geschäftsmann gemacht haben soll.

Charles, Prince of Wales
Charles, Prince of Wales wird bei der nächste Ausgabe der Zeitung «The Voice» der Herausgeber sein. Foto: Matthew Horwood/PA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Der britische Thronfolger Prinz Charles (72) hatte nach Angaben des Palasts «keine Kenntnis» von mutmasslichen Fehltritten eines Mitarbeiters seiner Stiftung The Prince's Foundation.

Die «Sunday Times» und die «Mail on Sunday» hatten zuvor berichtet, Stiftungsgeschäftsführer und Charles-Vertrauter Michael Fawcett habe einem saudischen Geschäftsmann im Gegenzug für Spenden Unterstützung bei dessen Wunsch nach einem Ritterschlag und der britischen Staatsbürgerschaft zugesagt. Sie berufen sich auf ein angebliches Schreiben Fawcetts aus dem Jahr 2017.

Fawcett legte nach den Veröffentlichungen sein Amt als Geschäftsführer vorübergehend nieder. Die Stiftung leitete eine Untersuchung ein. Charles unterstütze diese internen Ermittlungen «vollkommen», so die Palastmitteilung am Montagabend. Darin hiess es aber auch: «Der Prinz von Wales hat keine Kenntnis über die angeblich angebotenen Ehrungen oder britische Staatsbürgerschaft.»

Anzeige bei der Polizei

Die Anti-Monarchie-Gruppe Republic zeigte unterdessen sowohl Fawcett als auch Thronfolger Charles wegen eines mutmasslichen Rechtsbruchs bei der Polizei an. Scotland Yard bestätigte, von dem Vorgang Kenntnis genommen zu haben. Man erwarte nun «weiteren Kontakt im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit», sagte ein Polizeisprecher.

Der Geschäftsführer von Republic, Graham Smith, war von den Beteuerungen des Prinzen wenig beeindruckt. Es sei «schwer zu glauben», dass Charles von dem Vorgang nichts mitbekommen haben soll, sagte Smith der Nachrichtenagentur PA und fügte hinzu: «Es wird Zeit, dass die Royals persönlich zur Verantwortung gezogen werden für ihr Verhalten.»

Fawcett war seit 1981 in Diensten des Palasts und arbeitete sich bis zum Kammerdiener des ältesten Queen-Sohns hoch. 2003 wurde er von Vorwürfen freigesprochen, dass er beim Verkauf royaler Geschenke einen Anteil in die eigene Tasche gesteckt haben soll. Er trat dennoch zurück, auch weil der Untersuchungsbericht sein Verhalten im Palast kritisierte. Allerdings blieb er ein enger Vertrauter von Charles und arbeitete weiter als dessen Eventmanager. Berichten zufolge bezeichnete ihn Charles einst als «unabkömmlich». Zeitweise war die Zusammenarbeit so eng, dass Fawcett bereits spöttisch als «Zahnpastadrücker» des Thronfolgers bezeichnet wurde.

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