EU

    Von der Leyen will Kanada als assoziiertes Mitglied der EU

    Keystone-SDA
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    Frankreich,

    Kanada soll nach dem Willen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen das erste «assoziierte Mitglied» der Europäischen Union werden.

    Ursula von der Leyen
    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. - keystone

    «Wir sehen die Welt mit den gleichen Augen», sagte von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union. Europa und Kanada glaubten gemeinsam an die Demokratie und nicht daran, dass die Macht den Stärksten, Reichsten oder Lautesten gehöre.

    Wie die geplante assoziierte Mitgliedschaft aussehen soll, erklärte von der Leyen zunächst nicht. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte einen ähnlichen Vorschlag zuletzt bereits für die Ukraine gemacht. Nach den Vorstellungen von Merz könnte eine assoziierte Mitgliedschaft die Teilnahme der Ukraine an EU-Gipfeln und Ministerräten ermöglichen – allerdings ohne Stimmrecht. Als denkbar für die Ukraine nannte er zudem eine Rolle als assoziiertes Mitglied der EU-Kommission ohne Geschäftsbereich und ohne Stimmrecht, assoziierte Abgeordnete im Europäischen Parlament sowie einen assoziierten Richter am Europäischen Gerichtshof.

    Eine reguläre EU-Mitgliedschaft Kanadas ist nach den geltenden Verträgen nicht möglich. Nach Artikel 49 des EU-Vertrags können nur europäische Staaten der Union beitreten.

    Kanadas Premierminister Mark Carney war als Ehrengast bei der Rede von der Leyens im Europäischen Parlament in Strassburg mit dabei. Er will dort an diesem Donnerstag selbst eine Rede halten. Der liberale Politiker sagte zuletzt, er wünsche sich eine «einzigartigen Sicherheits- und Wirtschaftsallianz» mit der EU.

    Hintergrund ist seine angestrebte wirtschaftspolitische Neuausrichtung vor dem Hintergrund des immer weiter eskalierenden Streits mit dem mächtigen Nachbarn USA. Die USA haben jüngst Zölle von bis zu 50 Prozent auf eine lange Liste kanadischer Produkte verhängt. Kanada hat darauf mit Gegenzöllen reagiert. Carney selbst hat für seinen Kurs gegenüber der Regierung von US-Präsident Donald Trump in Kanada grossen Rückhalt erhalten – auch wenn der Streit die Wirtschaft auf die Probe stellt.

    Die USA sind mit Abstand Kanadas wichtigster Handelspartner. Aus dieser Abhängigkeit will sich Carney zumindest teilweise lösen und die Handelsbeziehungen seines Landes breiter aufstellen. Erste Verschiebungen sind bereits sichtbar: 2025 gingen Kanadas Exporte in die USA um 3,7 Prozent zurück, während die Ausfuhren in andere Länder um 11,1 Prozent zunahmen. Der Anteil der Nicht-US-Märkte an den kanadischen Exporten stieg damit auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahrzehnten, wie das kanadische Statistikamt mitteilte.

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    Kommentare

    User #2680 (nicht angemeldet)

    Nach Kanada wird voraussichtlich Palästina das zweite «assoziierte Mitglied» der Europäischen Union werden.

    User #2062 (nicht angemeldet)

    Kanada ist bereits Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO), dem USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement) und der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsunion (APEC).

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