Zahl der Menschen mit Krebsdiagnose hat sich fast verdoppelt
In der Schweiz leben fast 500'000 Menschen mit Krebs. Ihre Zahl hat sich in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt – auch weil die Überlebenschancen steigen.

Das Wichtigste in Kürze
- Rund 5,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung leben mit einer früheren oder aktuellen Krebsdiagnose.
- Fast die Hälfte der betroffenen Frauen lebt seit mehr als zehn Jahren mit der Diagnose.
- Bei Männern ist Prostatakrebs am häufigsten, bei Frauen Brustkrebs.
In der Schweiz leben eine halbe Million Menschen mit einer Krebsdiagnose. Ihre Zahl hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdoppelt, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie zeigt.
Ende 2025 entsprach dies rund 5,5 Prozent der Bevölkerung. Erfasst sind alle Menschen, die im Laufe ihres Lebens an Krebs erkrankt sind und zum Stichtag noch lebten.
Die Studie erschien im Fachblatt «Swiss Medical Weekly». Dafür berechnete das Forschungsteam der Universität Zürich und Nationalen Instituts für Krebsepidemiologie und -registrierung die vollständige sogenannte Krebsprävalenz. Diese Zahl wurde für die Schweiz zuletzt vor mehr als zehn Jahren erhoben.
Die Zahl der Männer mit einer früheren Krebsdiagnose stieg zwischen 2005 und 2025 durchschnittlich um 3,6 Prozent pro Jahr. Bei den Frauen betrug der jährliche Zuwachs 3,0 Prozent.
Insgesamt nahm die Zahl der Betroffenen in diesem Zeitraum um den Faktor 1,9 zu.
Überlebenschancen sind besser
Der Anstieg sei nicht nur negativ zu werten, schreiben die Forschenden im Fachjournal. Neben der Krebserkrankungs-Zunahme spielte auch die Alterung der Bevölkerung, eine frühere Erkennung durch Untersuchungen sowie bessere Behandlungsmöglichkeiten eine Rolle.
Dadurch überlebten mehr Menschen eine Krebserkrankung und sie lebten anschliessend länger.
Unter den rund 495'300 Menschen mit einer früheren oder aktuellen Krebserkrankung waren mit 253'000 etwas mehr Frauen als Männer (242'000). Ungefähr die Hälfte der betroffenen Personen sind über 70 Jahre alt.
Mehr als zehn Jahre nach der Diagnose
Ein grosser Teil hatte die Krebsdiagnose bereits vor vielen Jahren erhalten. Bei den Männern waren 40 Prozent sogenannte Langzeitüberlebende, deren Diagnose mehr als zehn Jahre zurücklag. Bei den Frauen betrug dieser Anteil sogar 49 Prozent.
Weitere 24 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen hatten ihre Diagnose fünf bis zehn Jahre zuvor erhalten.
Am häufigsten hatten die betroffenen Männer Prostatakrebs: Rund 96'350 Männer beziehungsweise 40 Prozent aller männlichen Betroffenen.
Bei den Frauen war Brustkrebs mit rund 110'320 Betroffenen beziehungsweise 44 Prozent am häufigsten. An zweiter Stelle folgte bei beiden Geschlechtern Hautkrebs.











