Prix Goncourt 2026 geht an Philippe Jaenada
Der Franzose Philippe Jaenada erhält den Prix Goncourt 2026 für seinen Roman «L'Inconnue du quai de Javel». Der 62-jährige Autor setzt sich darin mit dem Mord an einer jungen Bretonin Ende der 1950er Jahre auseinander.

Philippe Jaenada rücke eine Frau ins Rampenlicht, «die bisher unsichtbar war – ein Opfer, ein junges Opfer, um das sich die Polizei nicht sonderlich gekümmert hat», sagte Philippe Claudel, Vorsitzender der Goncourt-Jury, am Dienstag bei der Bekanntgabe der Auszeichnung vor der Presse.
Mit «L’Inconnue du quai de Javel» knüpft Jaenada an seine intim-krimiartigen vorangegangen Romane an, wie «Sulak» (2013), «La Petite Femelle» (2015) und «La Serpe» (2017). Die Romane sind bis anhin nicht auf Deutsch übersetzt worden.
Von den neun Mitgliedern der Goncourt-Jury gaben sechs ihre Stimme Jaenada. Die drei verbleibenden gingen an Yannick Haenel, der mit «La solitude des professeurs est infinie» nominiert war. Dieser Roman handelt von den Schwierigkeiten eines jungen Französischlehrers in einem Pariser Vorort.
Zwei weitere Werke standen zur Auswahl: «Choses que je croyais perdues» von Clémentine Mélois und «De l’autre côté du lac» von Sylvain Prudhomme. Die Nomination für den Prix Goncourt war geprägt von der Affäre um den kanadisch-haitianischen Autor Thélyson Orélien, der in den Verdacht geraten war, seinen Roman mithilfe Künstlicher Intelligenz geschrieben zu haben. Er und sein Werk wurden in der Folge vom Prix Goncourt und weiteren Literaturpreisen ausgeschlossen.
Der Prix Goncourt ist zwar nur mit symbolischen zehn Euro dotiert, aber er kurbelt die Verkaufszahlen der prämierten Bücher an. Der Preis wird seit 1903 vergeben und gilt als prestigeträchtigster Literaturpreis Frankreichs.










