Vielfalt der Schmetterlinge schrumpft dramatisch

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    Deutschland,

    Intensive Landwirtschaft und Versiegelung von Flächen haben nicht nur für Bienen dramatische Folgen - auch die Vielfalt von Schmetterlingsarten schrumpft.

    Ein Magerrasen-Perlmuttfalter oder Hainveilchen-Perlmuttfalter (Boloria dia). Intensive Landwirtschaft und Versiegelung von Flächen lässt die Vielfalt von Schmetterlingsarten schrumpfen. Foto: Schmitt/Senckenberg
    Ein Magerrasen-Perlmuttfalter oder Hainveilchen-Perlmuttfalter (Boloria dia). Intensive Landwirtschaft und Versiegelung von Flächen lässt die Vielfalt von Schmetterlingsarten schrumpfen. Foto: Schmitt/Senckenberg - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Auf Wiesen mit angrenzender intensiver Landwirtschaft fanden Forscher nur ein Drittel der Individuen und nur die Hälfte der Arten von Schmetterlingen, die auf Flächen in Naturschutzgebieten zu finden sind.

    Darauf deute eine Studie in Bayern hin.

    Auf Wiesen mit angrenzender intensiver Landwirtschaft fanden Forscher nur ein Drittel der Individuen und nur die Hälfte der Arten von Schmetterlingen, die auf Flächen in Naturschutzgebieten zu finden sind. Dies berichteten Wissenschaftler um Thomas Schmitt vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut kürzlich im Fachmagazin «Insect Conservation and Diversity».

    Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler auf 21 Wiesenflächen östlich von München das Vorkommen von Tagfalter-Arten erfasst; 17 dieser Areale lagen inmitten von landwirtschaftlich genutzten Flächen, vier in naturnah bewirtschafteten Naturschutzgebieten.

    «Wenn wir jetzt nicht bald das Ruder rumreissen, ist es irgendwann zu spät», warnte Schmitt, Direktor des Entomologischen Institut im brandenburgischen Müncheberg. «Sofortiges Handeln ist angesagt.» Notwendig seien eine umweltverträglichere Landwirtschaft mit weniger Insektiziden und mehr Flächen, die Insekten ausreichenden Lebensraum verschaffen. «Ein Blühstreifen alleine reicht da nicht», betonte Schmitt. Die Lage sei ernst, denn von den 189 aktuell in Deutschland vorkommenden Tagfalterarten stehen 99 Arten auf der Roten Liste, fünf Arten sind bereits ausgestorben, weitere zwölf Arten vom Aussterben bedroht.

    Eingesetzt habe der Verlust in Deutschland schon in den 1950er Jahren, doch ein besonders bedrohliches Ausmass erreichte er Schmitt zufolge in den vergangenen 30 bis 40 Jahren. Auch der Anbau von Mais oder Raps als nachwachsende Rohstoffe habe den Druck auf die Flächen zusätzlich verschärft und die Zerstörung von naturnahen Wiesen als Lebensraum von Insekten weiter vorangetrieben.

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