Ursula von der Leyen hat ein Erstaufnahmelager für afghanische Ortskräfte der EU besucht. Sie fordert die Mitgliedsstaaten dazu auf, Afghanen aufzunehmen.
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Von der Leyen bei Ankunft in Erstaufnahmelager. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Unzählige Menschen versuchen derzeit, Afghanistan zu verlassen.
  • Nun hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein Erstaufnahmelager besucht.
  • Sie fordert die EU-Länder dazu auf, geflüchtete Afghanen aufzunehmen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat alle Mitgliedsländer zur Aufnahme schutzbedürftiger Afghanen aufgefordert.

Die EU-Kommission werde finanzielle Unterstützung für die Länder zur Verfügung stellen, die den Flüchtenden eine neue Heimat böten. Dies sagte von der Leyen am Samstag beim Besuch eines Erstaufnahmelager für afghanische Ortskräfte der EU in Spanien. Diese waren von den Taliban geflohen.

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Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission. - dpa

Die Kommissionspräsidentin besuchte zusammen mit EU-Ratspräsident Charles Michel und dem spanischen Regierungschef Pedro Sánchez die Militärbasis Torrejón de Ardoz. Auf dem Stützpunkt hat die spanische Luftwaffe ein Lager eingerichtet, das laut Sánchez bis zu 800 Menschen aufnehmen kann.

Nach Angaben der Regierung in Madrid soll es als «logistisches Zentrum Europas» dienen. Von dem aus sollen «alle Afghanen, die für EU-Institutionen gearbeitet haben», in andere Staaten verteilt werden.

Ursula von der Leyen: «Keinerlei Anerkennung der Taliban»

Laut dem spanischen Aussenminister José Manuel Albares haben sich «fast alle EU-Staaten» bereit erklärt, Flüchtlinge aus dem Lager aufzunehmen. Darunter auch Deutschland. Die Afghanen sollen zunächst eine «befristete Einreiseerlaubnis» für Spanien erhalten. Dies, bevor ihnen von den verschiedenen Ländern, in denen sie sich niederlassen sollen, der Flüchtlingsstatus zuerkannt wird.

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Ein Transportflugzeug mit aus Afghanistan ausgeflogenen Menschen landet auf der Ramstein Air Base im Südwesten Deutschlands. Die USA nutzen nun auch ihren weltweit grössten Luftwaffenstützpunkt ausserhalb der Heimat als Drehkreuz für die Evakuierung von Schutzsuchenden aus Afghanistan. Foto: Uwe Anspach/dpa - Keystone

Von der Leyen stellte zudem klar, dass es derzeit zwar «operationelle Kontakte» zu den Taliban gebe, «um Leben zu retten». Es gebe aber keinen politischen Dialog und demzufolge auch «keinerlei Anerkennung der Taliban». Die radikalislamischen Kämpfer hatten vor einer Woche die Macht in Afghanistan wieder an sich gerissen. Seitdem versuchen unzählige Menschen verzweifelt, das Land zu verlassen.

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