Ukraine-Krieg: Zweifache Mutter kämpft in der Ukraine an der Front
Als der Ukraine-Krieg ausbrach, liess die zweifache Mutter Iryna ihren Bürojob zurück und wurde Teil der Armee. Sie wolle ihre Familie schützen, sagt sie.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Ukrainerin Iryna tausche ihren Bürostuhl in ein Gewehr um.
- Bis zum Kriegsbeginn hatte die Mutter einen normalen Bürojob.
- Jetzt ist sie Scharfschützin an der Front.
Die Nacht bietet Iryna und ihrem Beobachter mehr Sicherheit und Möglichkeiten, Ziele zu finden. Durch das Visier ihres Scharfschützengewehrs sieht sie russische Soldaten als weisse Formen in der Dunkelheit. Manchmal wartet sie die ganze Nacht, um nur einen Schuss abzugeben, manchmal feuert sie innerhalb weniger Stunden mehrere ab.
«Ich arbeite so schnell wie möglich», sagt sie in einem Interview gegenüber der «Daily Mail». Das bedeutet, dass sie darauf trainiert ist, in kürzester Zeit so viele feindliche Militärangehörige wie möglich zu töten. Sie spricht über ihre Arbeit mit der gleichen Zufriedenheit wie andere über eine Routinearbeit im Büro.
«Will mein Land und meine Familie schützen»
Die zweifache Mutter hat einen ungewöhnlichen Berufswechsel hinter sich. Sie tauschte ihr Büro gegen die Kriegsfront aus.
Die Ukrainerin erklärt ihre Motivation für den Beitritt zur Armee: «Vor dem Krieg hatten meine Familie und ich ein tolles Leben. Aber die Russen wollten uns alles wegnehmen. Also wollte ich mein Land und meine Familie schützen».
Am Tag des vollständigen Einmarschs Russlands am 24. Februar letzten Jahres arbeitete Iryna in ihrem Familienunternehmen im Einzelhandel und Immobilienbereich.
Sie meldete sich freiwillig zum Dienst an der Frontlinie an. Das, trotz mangelnder Vorbereitung auf weibliche Freiwillige durch die ukrainische Armee. Nach ihrer Anmeldung wurde sie zu einer Einheit geschickt und begann im März letzten Jahres mit dem Scharfschützentraining.
Seitdem wurde sie verschiedenen Frontlinien-Regimentern und -Einheiten zugewiesen, darunter solche in Bachmut, dem Donbass und anderen Regionen. Iryna ist die einzige weibliche Scharfschützin in ihrer Spezialeinheit.

Der schwierigste Teil ihrer Arbeit sei, wenn ein Kamerad im Kampf getötet werde. «Wir verlieren unsere besten Leute, weil sie immer die mutigsten sind, die im Kampf die meisten Risiken eingehen.»
Nach Ukraine-Krieg möchte sie wieder ins Büro
Iryna hofft auf einen überzeugenden Sieg der Ukraine gegen Russland. Sie plant nach dem Kriegsende eine Rückkehr in ihr normales Leben: «Ich habe mein Leben ‹auf Eis gelegt›. Aber nach unserem Sieg möchte ich zu meiner vorherigen Arbeit zurückkehren und Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie verbringen.»
Zum Schluss sagt sie: «Ich hoffe, wir sind die letzte Generation, die kämpfen muss. Mein grösster Traum ist es, dass unsere Kinder keinen Krieg sehen werden. Mein allergrösster Traum ist es, dass wir Russland nicht als Nachbarn haben werden.»




















