Die russische Söldnertruppe Wagner füllt nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten im Ukraine-Krieg zunehmend die Lücken in der Armee.
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Wladimir Putin soll gemäss dem britischen Geheimdienst seine Streitkräfte immer mehr durch Wagner-Söldner ersetzen. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Laut dem britischen Geheimdienst füllt Putin die Lücken in seinem Heer mit Wagner-Söldner.
  • Die gefürchteten Kämpfer der «Schatttenarmee» des Kremls spielten eine zentrale Rolle.
  • Da dies zu schweren Verlusten führe, seien die Rekrutierungs-Standards verringert worden.

So hätten die Wagner-Kämpfer wohl in jüngsten Gefechten eine zentrale Rolle gespielt, wie der Einnahme der Städte Popasna und Lyssytschansk. Das hiess es in dem täglichen Geheimdienst-Update auf dem Twitter-Account des Verteidigungsministeriums in London am Montag.

Wagner-Gruppe senkt Rekrutierungs-Standards

Die britischen Experten gehen allerdings auch davon aus, dass die Söldnertruppe im Ukraine-Krieg schwere Verluste hinnehmen musste. Das führe zu niedrigeren Standards bei der Rekrutierung neuer Kämpfer, unter denen verurteilte Kriminelle und zuvor abgelehnte Bewerber seien.

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Der bei den Ukrainern als «Henker» bekannte Söldner der Wagner-Einheit ist im Ukraine-Krieg getötet worden. - Twitter/@BeaneRonin

Diese neuen Rekruten würden nur sehr eingeschränkt ausgebildet. Dies würde die Schlagkraft der Truppe und damit ihren Wert als Unterstützung für das russische Militär vermutlich verringern.

Ukraine-Krieg: Wagner-Söldner bei Truppen unbeliebt

Das Vorgehen soll auch zu Spannungen zwischen Söldnern und regulären militärischen Einheiten führen: Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hatte kürzlich für den Einsatz der Truppe in Luhansk die Auszeichnung als «Held der Russischen Föderation» erhalten.

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Jewgenij Prigoschin (r.) mit Präsident Wladimir Putin. - SPUTNIK/AFP/Archiv

«Das kommt zu einer Zeit, in der eine Reihe sehr hochrangiger Kommandeure ausgetauscht werden», so die Mitteilung der Briten. Die Moral der russischen Truppen könne davon negativ beeinflusst werden.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmässig Geheimdienstinformationen zu dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

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