Ein russischer Oberst wollte sich im Ukraine-Krieg mit einer Waschmaschine von einem Offizierskollegen schmieren lassen. Dafür kassiert er nun die Quittung.
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Ein russischer Oberst verlangte als Bestechung eine Waschmaschine. (Symbolbild) - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein russischer Oberst muss sich vor Gericht verantworten. Ihm drohen bis zu zwölf Jahre Haft.
  • Er inspizierte während der Teilmobilmachung Rekrutierungszentren.
  • Dabei hatte er bei einer Kontrolle Schmiergeld gefordert – in Form einer Waschmaschine.

Wer an Korruption denkt, dem kommen womöglich dunkle Hinterzimmer und Koffer voller Geldscheine in den Sinn. Ganz so weit dachte ein russischer Oberst aber nicht. Er forderte von einem Offizierskollegen eine Waschmaschine als Schmiergeld – und könnte dafür jahrelang hinter Gitter wandern.

Wie die russische Tageszeitung «Kommersant» berichtet, wollte sich Oberst Iwan Mertwitschtschew etwas dazuverdienen. Im Militär war er mit der Kontrolle der Mobilmachung für den Ukraine-Krieg beschäftigt. In dieser Rolle inspizierte Mertwitschtschew Rekrutierungszentren.

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Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am 21. September eine Mobilmachung für den Ukraine-Krieg ausgerufen.
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Stau vor der russisch-kasachischen Grenze am 27. September: Die Mobilmachung lief allerings nur schleppend. Viele Menschen flüchteten ins Ausland.
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Dies machte sich ein russischer Oberst zunutze. Er war mit der Kontrolle von Rekrutierungszentren beauftragt. Um einem solchen Standort eine einwandfreie Beurteilung zu erteilen, verlangte e
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Allerdings verlangte er kein Bargeld – sondern eine Waschmaschine im Wert von 70'000 Rubel, knapp 1100 Franken. (Symbolbild)
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Der Oberst wurde vom FSB festgenommen. Er wurde unter Hausarrest gestellt. Ihn erwartet eine Gefängnisstrafe von bis zu 12 Jahren.

Dem Russen wird vorgeworfen, einem Offizierskollegen vor einer solchen Inspektion im Westen Moskaus eine besondere Schmiergeld-Forderung unterbreitet zu haben. Er soll eine Waschmaschine im Gegenwert von mindestens 70'000 Rubel (knapp 1100 Franken) für einen einwandfreien Bericht verlangt haben.

Dabei war er sich nicht zu schade, zu erwähnen, wie schlecht die Mobilmachung für den Ukraine-Krieg in dem Bezirk laufe. Er würde sicher etwas finden, das es zu bemängeln gebe, drohte er laut «Kommersant».

Russischem Oberst drohen zwölf Jahre Haft

Der Offizierskollege sagte prompt zu – allerdings nur zum Schein. Wie die russische Tageszeitung schreibt, erstattete er beim russischen Geheimdienst FSB Anzeige wegen Erpressung.

Die Maschine wurde gekauft, ein Übergabetermin vereinbart. Als Mertwitschtschew dann sein neues Haushaltsgerät entgegennahm, wurde er vom FSB festgenommen.

Haben Sie Militärdienst geleistet?

Gegen Mertwitschtschew läuft nun ein Strafverfahren. Er hat sich schuldig bekannt und wurde für zwei Monate unter Hausarrest gestellt. Dem Oberst droht laut «Moskow Times» eine Haftstrafe von bis zu zwölf Jahren.

Derzeit laufen Ermittlungen, ob Mertwitschtschew in der Vergangenheit bereits ähnliche Straftaten begangen hat.

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