Roman Abramowitsch half bei den Verhandlungen von Fluchtkorridoren im Ukraine-Krieg mit. Seine Vermittlerdienste könnten bald schon wieder gefragt sein.
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Evakuierte aus Mariupol kommen in Saporischschja an. Grossen Anteil an ihrer gelungenen Flucht hatte auch der russische Oligarch Roman Abramowitsch. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Roman Abramowitsch wird für seine Vermittlerarbeit in den Friedensverhandlungen gelobt.
  • Durch seinen Einsatz für Fluchtkorridore seien Zivilisten gerettet worden.
  • Der ukrainische Unterhändler könnte den Oligarchen bald wieder um Hilfe bitten.

Im Westen ist Roman Abramowitsch in Ungnade gefallen. Im Ukraine-Krieg wurde der russische Oligarch wegen seiner Nähe zu Kremlchef Wladimir Putin sanktioniert. Er musste gar seinen FC Chelsea verkaufen, um den Fussballclub zu retten. Doch in der Ukraine hält man viel vom russischen Milliardär.

Denn Abramowitsch nahm bei den Verhandlungen zwischen den beiden Ländern auf Wunsch Kiews als Vermittler teil. Dafür wurde er Anfang April gelobt, jetzt kommt aus, was der Oligarch erreicht hat: Er habe die Leben von ukrainischen Zivilisten gerettet, sagt Dawyd Arachamija im US-Auslandsender «Voice of America». Der ukrainische Parlamentarier amtete als Chefunterhändler Kiews bei Gesprächen mit Russland.

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Dawyd Arachamija (mit Kappe) bei Verhandlungen während dem Ukraine-Krieg. (Archivbild) - Keystone

Die meisten Vereinbarungen seien durch Abramowitsch zustande gekommen, so Arachamija. «Er hat gute Arbeit geleistet im Hinblick auf die humanitären Korridore aus Mariupol, Berdjansk und aus Saporischschja.» Bei jenen aus Butscha, Makarow und den Regionen nördlich von Kiew und Tschernihiw hingegen konnte der Oligarch nicht helfen.

Und der Einsatz Abramowitschs könnte bald schon wieder gefragt sein: In der hart umkämpften und von Russland praktisch eingenommenen Stadt Sjewjerodonezk harren rund 568 Zivilisten in einer Chemiefabrik aus. «Sobald sich die Gelegenheit ergibt, werde ich Abramowitsch definitiv bitten, die ukrainischen Interessen zu verteidigen», sagt Arachamija.

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Roman Abramowitsch (mit Kopfhörern) bei den Friedensgesprächen in der Türkei. - TRT

Roman Abramowitsch begibt sich mit seiner Teilnahme an Verhandlungen im Ukraine-Krieg mutmasslich in grosse Gefahr. Nach einem Treffen in März litt er unter Vergiftungssymptomen. Moskau und Kiew wiesen Schuldzuweisungen zurück, auch US-Geheimdienste führen die Symptome auf «Umweltfaktoren» zurück.

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