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    Tunesiens Parlament akzeptiert Regierung

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    Tunisien,

    Bei der Parlamentswahl in Tunesien im vergangenen Oktober wurden die etablierten Parteien gnadenlos abgestraft. Monatelang wurde nach einer neuen Regierung gesucht. Nun ist eine Neuwahl abgewendet.

    Elyes Fakhfakh, neu gewählter Premierminister von Tunesien, hält eine Rede vor dem Parlament. Foto: Hassene Dridi/AP/dpa
    Elyes Fakhfakh, neu gewählter Premierminister von Tunesien, hält eine Rede vor dem Parlament. Foto: Hassene Dridi/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach monatelangem Ringen und gescheiterten Versuchen, ein neues Kabinett zu bilden, hat das Parlament in Tunesien der vorgeschlagenen Regierung das Vertrauen ausgesprochen.

    Damit wurde eine drohende Neuwahl abgewendet. 129 Abgeordnete stimmten nach einer 16-stündigen Mammut-Sitzung in der Nacht zum Donnerstag für die vorgeschlagene Regierung des linken Politikers Elyes Fakhfakh. 77 Abgeordnete votierten dagegen.

    Im vergangenen Oktober hatte Tunesien ein neues Parlament gewählt. Die bislang etablierten Parteien waren angesichts massiver wirtschaftlicher Probleme im Land von den Wählern gnadenlos abgestraft worden.

    Zahlreiche neue Parteien und unabhängige Listen zogen in das Parlament ein und gestalteten die Regierungsbildung schwierig. Nach gescheiterten Versuchen wurde Anfang Januar schliesslich der frühere Finanz- und Tourismusminister Elyes Fakhfakh vom Staatspräsidenten mit der Bildung einer Regierung beauftragt.

    Die Beauftragung des 47-Jährigen stiess bei vielen Parteien zunächst auf Kritik, da seine Partei, die Mitte-links gerichtete Ettakol, nicht im Parlament vertreten ist.

    Auch die Grösse des Kabinetts ist ein Kritikpunkt: Dem Kabinett gehören 32 Minister und Staatssekretäre an, nur sechs Regierungsmitglieder sind Frauen. Fakhfakh ist bereits der achte Regierungschef seit dem sogenannten Arabischen Frühling von 2011.

    Das kleine nordafrikanische Land hat nach den Umbrüchen zwar tiefgreifende demokratische Reformen eingeleitet, kämpft aber mit grossen wirtschaftlichen Problemen. Tunesien steht unter dem Druck internationaler Kreditgeber, drastische Massnahmen zur Wiederbelebung seiner Wirtschaft zu ergreifen. Deutschland zählt zu einem der wichtigsten Geberländer für die junge tunesische Demokratie. Immer wieder kommt es zu Streiks und Demonstrationen gegen die politische Führung.

    In seiner Rede vor dem Parlament betonte Fakhfakh, dass er den Kampf gegen Korruption, steigende Preise und die hohe Inflation in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellen wolle. Der neuen Regierungsmannschaft gehören neben 17 unabhängigen Ministern auch Mitglieder der islamisch-konservativen Ennahda und links-liberaler Parteien an.

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