Oltner Parlament versenkt Überbrückungscampus
Der Überbrückungscampus Zementi war das Herzstück der Oltner Schulraumstrategie 2045. Das Gemeindeparlament hat die entsprechende Vorlage jedoch zurückgewiesen.

Er war das Herzstück der Oltner Schulraumstrategie 2045: der rund 25 Millionen Franken teure Überbrückungscampus Zementi. Er sollte während rund 15 Jahren temporären Schulraum für die steigenden Schülerzahlen bereitstellen und als Ausweichstandort für die bevorstehenden Schulhaussanierungen dienen (die NOZ berichtete).
Das Gemeindeparlament hat die entsprechende Vorlage nun aber an den Stadtrat zurückgewiesen und einem entsprechenden Antrag der Fraktionen FDP sowie GLP/Mitte/EVP mit 20 Ja- zu 19 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung zugestimmt.
Nebst den antragstellenden Fraktionen stimmte auch die SVP der Rückweisung zu – bis auf die Parlamentspräsidentin, die im Eifer des Gefechts prompt vergass, selbst abzustimmen.
Den Ausschlag gaben aber Stephan Bielser und Christine von Arx (beide SP), welche als einzige im linken Lager (SP/JSP, Grüne/Junge Grüne, Olten jetzt), die Rückweisung befürworteten.

Die Gründe aus den Fraktionen für die Rückweisungen waren vielerlei. Da wären die Kosten: Der temporäre Campus wäre ähnlich teuer zu stehen gekommen wie das jüngst eröffnete Kleinholz-Schulhaus, das einerseits eine viel längere Lebensdauer aufweist und andererseits mehr Klassen unterbringt.
Bemängelt wurde auch die zeitliche Dimension: Bereits in zwei Jahren sollte der Campus eröffnet werden; Zeit, Alternativen vertieft zu prüfen, habe derweil offenbar gefehlt.
So wurde bemängelt, dass der Überbrückungscampus lediglich mit einem teuren Containerprovisorium verglichen wurde, nicht aber mit günstigeren Alternativen. Die Vermutung würde daher entstehen, dass der Stadtrat unter dem Vorwand eines knappen Zeitbudgets den Campus «durchboxen» wolle.
Nicht zuletzt warf auch der Schulweg zum geplanten Campus – insbesondere die Schülertransporte von der anderen Aareseite – ungeklärte Fragen auf.
Selbst auf der Befürworterseite löste der Überbrückungscampus im Parlament keine Begeisterungsstürme aus. Dennoch war für sie klar, dass der Campus angesichts des sportlichen Fahrplans, der zentralen Lage sowie der nachhaltigen Holzbauweise die beste Lösung darstelle.
Eine Lösung, die nun mit der Rückweisung verworfen wurde. Für den Stadtrat ist derweil klar, dass dieser Entscheid einer Absage an den Campus gleichkommt. Heisst: Er muss nun eine neue Lösung erarbeiten, um der Schulraumknappheit zu begegnen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Neuen Oltner Zeitung» erschienen.












