In Deutschland dürfen Personen aus Ländern mit gefährlichen Mutationen nicht mehr einreisen. Es gibt jedoch Ausnahmen, weshalb weiterhin Flüge angeboten werden.
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Die Lufthansa will durch Senkungen der Kosten wieder profitable werden. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschland hat Einreisesperren für Menschen aus grossen Mutationsgebieten verhängt.
  • Die Lufthansa bietet jedoch weiterhin Flugverbindungen in die Gebiete an.
  • Unter anderem dürfen deutsche Staatsbürger noch auf diesen Strecken befördert werden.

Die deutschen Einreisesperren für Menschen aus mehreren Ländern mit gefährlichen Coronavirus-Varianten hatten am Wochenende zunächst wenig Auswirkungen auf den Flugverkehr. Die Lufthansa will ihre Verbindungen nach Portugal, Irland, Grossbritannien, Südafrika und Brasilien zunächst nicht einschränken, wie Anfragen der Deutschen Presse-Agentur ergaben. Dabei sind diverse Verkehrsverbindungen pandemiebedingt ohnehin stark reduziert.

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Eine Boeing 747 der Fluggesellschaft Lufthansa fliegt beim Landeanflug über die Autobahn A5. - dpa

Da die Verordnung Ausnahmen vorsieht – darunter für Deutsche, in Deutschland lebende Ausländer sowie Transitpassagiere – gebe es genügend Menschen, die fliegen dürften, sagte Lufthansasprecher Martin Leutke am Samstag der dpa.

Man werde die Lage aber im Blick behalten und die Flugpläne in den kommenden Tagen gegebenenfalls der Nachfrage anpassen.

Einreise aus Virusvarianten-Gebieten verschärft

Die Bundesregierung hatte am Freitag beschlossen, dass Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar grundsätzlich keine Passagiere aus Virusvarianten-Gebieten mehr nach Deutschland befördern dürfen. Damit soll die Ausbreitung der als besonders ansteckend geltenden Mutationen des Erregers Sars-CoV-2 gebremst werden. Es gibt aber Ausnahmen, auch der Warenverkehr bleibt unangetastet. Am Sonntag kommen mit Lesotho und Eswatini zwei kleine südafrikanische Staaten hinzu.

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Eine Passagiermaschine der Lufthansa landet auf dem Flughafen in Frankfurt. - dpa

Die Lufthansa betonte, sie dürfe gemäss der Anordnung ausschliesslich Passagiere mit deutscher Staatsbürgerschaft oder mit permanenter Aufenthaltsgenehmigung aus den betroffenen Staaten nach Deutschland fliegen. Die Beschränkungen würden zudem nicht für Umsteigepassagiere gelten, die zum Beispiel über Frankfurt in ein nicht zum Schengenraum gehörendes Land wie die USA weiterreisen wollten, sagte Leutke. Jeder Passagier müsse vor dem Abflug einen negativen Corona-Test vorlegen, der den Vorgaben des Robert Koch-Instituts entspreche und bei Ankunft in Deutschland maximal 48 Stunden alt sein dürfe.

Weiterhin Flüge in grosse Mutationsgebiete

In die fünf grossen Mutationsgebiete gab es nach einer Auswertung der Deutschen Flugsicherung vom 1. bis 26. Januar jeweils rund 60 Hin- und Rückflüge pro Tag. Alleine die Lufthansa bietet derzeit jeweils 55 Hin- und Rückflüge pro Woche in die betroffenen Länder an.

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Gähnende Leere am Eurostar-Bahnsteig in Brüssel. - Belga/AFP

Der Hochgeschwindigkeitszug Eurostar, der Grossbritannien durch den Eurotunnel mit dem Kontinent verbindet, hat seine Fahrten wegen der geringen Nachfrage bereits drastisch reduziert. Statt fast im Stundentakt fährt derzeit nur noch je ein Zug pro Tag von London nach Paris und Brüssel sowie zurück. Mitarbeiter und Grenzbeamte würden Reisende vor der Abfahrt auffordern zu überprüfen, ob die Reise in ihr Zielland erlaubt sei, hiess es von einer Sprecherin. Der Eurostar verbindet Grossbritannien nicht direkt mit Deutschland, ist jedoch – etwa mit Umstieg in Brüssel – eine wichtige Reiseroute ins Land.

Lufthansa fliegt Südafrika weiterhin an

Auch auf den Südafrika-Routen biete die Lufthansa weiterhin Flüge an, sagte Boris Ogursky, Lufthansa-Sprecher für Europa, Nahost und Afrika. Die Lufthansa hatte ihre Flugpläne am 25. Januar auf je drei Verbindungen pro Woche nach Johannesburg und Kapstadt gestutzt. Per Landweg Südafrika zu verlassen ist derzeit nicht möglich, da der Kap-Staat alle Landgrenzen geschlossen hat. Das gilt auch für den komplett von Südafrika umschlossenen Kleinstaat Lesotho sowie das Gebirgs-Königreich Eswatini, das im Osten an Mosambik grenzt.

Seehofer: «Bürgerpflicht» auf Reisen zu verzichten

Der deutsche Botschafter in der brasilianischen Hauptstadt Brasília, Heiko Thoms, veröffentlichte am Freitag einen Brief zum Coronavirus. Demnach seien die Flugverbindungen zwischen Brasilien und Europa stark zurückgegangen und die Wahrscheinlichkeit sei gross, dass es kurzfristig zu weiteren Reduzierungen kommt. Noch fliegen Lufthansa und weitere Fluglinien von São Paulo oder Rio de Janeiro.

Innenminister Horst Seehofer (CSU) im Bundestag. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Innenminister Horst Seehofer (CSU) im Bundestag. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa - dpa-infocom GmbH

Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte den Verzicht auf jede nicht zwingend notwendige Auslandsreise als «Bürgerpflicht» bezeichnet. «Jetzt ohne wirklich zwingenden Grund in Mutationsgebiete zu reisen, (...) wäre geradezu töricht», sagte der CSU-Politiker der «Augsburger Allgemeinen» (Samstag).

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