EU

Textilienexport aus EU wird zunehmend zu Müllproblem

DPA
DPA

Dänemark,

Viele Menschen spenden ihre alte Kleidung mit guten Intentionen an entsprechende Organisationen. Doch den Menschen in den Spendengebieten hilft das nicht unbedingt – ganz im Gegenteil.

Ein Mann arbeitet auf einem Markt in Ghanas Hauptstadt Accra, wo unter anderem Kleidung aus Europa verkauft oder weiterverarbeitet wird.
Ein Mann arbeitet auf einem Markt in Ghanas Hauptstadt Accra, wo unter anderem Kleidung aus Europa verkauft oder weiterverarbeitet wird. - Christophe Gateau/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der aus der EU exportierten gebrauchten Textilien hat sich der Umweltagentur EEA zufolge innerhalb von zwei Jahrzehnten verdreifacht.

Beim Umgang mit diesen Textilien stünden Europa grosse Herausforderungen bevor, warnte die EU-Behörde in einem heute veröffentlichten Bericht. Weil die Kapazitäten für Wiederverwendung und Recycling in Europa begrenzt seien, werde ein grosser Teil der ausgemusterten und gespendeten Kleidung nach Afrika und Asien exportiert.

«Die öffentliche Wahrnehmung, dass Altkleiderspenden in diesen Regionen immer von Nutzen sind, spiegelt nicht die Realität wider», schreiben die Umweltexperten. «Einmal exportiert, ist das Schicksal gebrauchter Textilien oft ungewiss.»

Tonnenweise Müll

Im Jahr 2000 seien rund 550.000 Tonnen Textilien exportiert worden. 2019 seien es fast 1,7 Millionen Tonnen gewesen. Das entspreche im Durchschnitt 3,8 Kilogramm pro Person.

46 Prozent der gebrauchten Textilien landeten in Afrika. «Die Textilien werden vor allem lokal wiederverwendet, weil es eine Nachfrage nach billiger, gebrauchter Kleidung aus Europa gibt», berichtete die Umweltagentur. Was nicht wiederverwendet werden könne, ende zum Beispiel auf offenen Mülldeponien.

Rund 41 Prozent der gebrauchten Textilien kamen den Angaben zufolge 2019 zunächst nach Asien, wo sie an zentralen Stellen sortiert und verarbeitet wurden. Der Grossteil werde entweder als Stoff- oder Füllmaterial für die Industrie genutzt oder zum Recyceln in andere asiatische Länder oder zur Wiederverwendung nach Afrika geschickt. «Textilien, die nicht recycelt oder exportiert werden können, landen wahrscheinlich auf Mülldeponien.»

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

sdf
339 Interaktionen
Über ein Jahr
Egerkinger Komitee
720 Interaktionen
Aufruf zu Hass?

MEHR IN NEWS

Schaffhauser Polizei
1 Interaktionen
Schaffhausen
Geothermie
6 Interaktionen
Energie-Hoffnung
gabbar
7 Interaktionen
Für kranken Ehemann
china bayer
Pharmawachstum

MEHR EU

24 Interaktionen
Bern
3 Interaktionen
Aargau
Dünger
9 Interaktionen
Brüssel
Itamar Ben Gvir
20 Interaktionen
Empörung hält an

MEHR AUS DäNEMARK

1 Interaktionen
Kopenhagen
wal
14 Interaktionen
Druck und Gasbildung
Wal Timmy
26 Interaktionen
Empörung
Buckelwal Timmy
13 Interaktionen
Gefährliche Gase