In Russland brennen hunderte Wälder lichterloh. Tausende Menschen, hunderte Fahrzeuge und dutzende Helikopter stehen im Einsatz.
Temperaturrekord in Sibirien
Das von Greenpeace Russland veröffentlichte Foto zeigt einen Waldbrand in der Region Krasnojarsk. Das Russland-Team von Greenpeace Russland hat Waldbrände in der Region Krasnojarsk dokumentiert. - Julia Petrenko/Greenpeace Russland via AP/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • In Russland wütend derzeit zahlreiche Waldbrände.
  • Greenpeace entsandte bereits freiwillige Helfer in betroffene Regionen.
  • Landesweit sind rund 325'526 Hektar betroffen.

Tausende Menschen kämpfen in Russland gegen heftige Wald- und Flächenbrände mit Schwerpunkt im Osten Sibiriens.

Allein in der russischen Teilrepublik Jakutien (Sacha) gebe es 196 Feuer in den Wäldern, dort sei eine Fläche von 288'460 Hektar betroffen, teilten die Behörden am Samstag mit. Das ist mehr als die Grösse Luxemburgs. In der dünn besiedelten Region gilt der Ausnahmezustand.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schickte freiwillige Helfer in das Gebiet – auch zum Schutz des Nationalparks mit den berühmten Lenafelsen, der seit 2012 zum Welterbe der Unesco gehört. In der schwer zugänglichen Region sei die Lage in diesem Jahr besonders schlimm, hiess es.

Fast 5000 Helfer im Einsatz

Landesweit listete die Forstschutzbehörde 264 Waldbrände und eine betroffene Fläche von 325 526 Hektar auf. Mehr als 4700 Menschen, Hunderte Fahrzeuge, 25 Flugzeuge und Hubschrauber seien im Einsatz, um die Feuer zu löschen.

Waldbrand in Russland
13.06.2021, Russland: Dieses vom russischen Notfallministerium zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt einen Waldbrand in der Region Irkutsk. - dpa

Vielerorts seien die Arbeiten allerdings eingestellt worden, weil keine Menschenleben bedroht seien. Zudem seien die Kosten des Löschens höher als der durch das Feuer verursachte Schaden, hiess es.

Klimawandel als Brandursache

Das russische Staatsfernsehen zeigte zuletzt, wie die Feuer auf riesigen Waldflächen wüteten und Einsatzkräfte gegen die Flammen kämpften. Durch die Brände breitete sich auch in der Stadt Jakutsk Rauch aus, wie die Behörden mitteilten. Es seien Hubschrauber vom Typ MI-8 im Einsatz, um die Feuer in der Umgebung zu löschen, sagte der Forstverantwortliche Wladimir Iwanow einer Mitteilung zufolge.

Waldexperten von Greenpeace beklagen, dass sich die Situation in Russland wegen des Klimawandels verschärft habe. Jedes Jahr stehen im flächenmässig grössten Land der Erde mit seinem für das Klima wichtigen Taiga-Waldgürtel riesige Baumbestände in Flammen.

Waldbrand
Waldbrände in Russland. - Keystone

In Jakutien seien die Feuer in diesem Jahr früher als sonst ausgebrochen, teilte Greenpeace am Samstag mit. «Sie entwickeln sich schneller und sind gefährlicher als in vorherigen Jahren.» Gründe seien ungewöhnliche Hitzewellen und lange Dürre. Allerdings breche nur ein Teil der Feuer etwa wegen Blitzeinschlägen aus. Das Gros der Brände werde von Menschen verursacht, hiess es.

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