Tausende bei Kulturprotest gegen Regierung in Bratislava
Tausende Kulturschaffende sind in Bratislava auf die Strasse gegangen. Sie protestieren gegen die Kulturpolitik der Regierung von Robert Fico.

Tausende Kulturschaffende und ihre Anhänger haben in Bratislava gegen die Kulturpolitik der slowakischen Regierung unter Führung des linkspopulistischen Premiers Robert Fico protestiert. Die «Plattform Offene Kultur» hatte unter dem Slogan «Grosse Kultur-Mobilisierung! So eine hat sich noch nie abgespielt» zu der Kundgebung aufgerufen.
Die Demonstrierenden zogen in einem bunten Marsch vom Regierungsamt durch die Innenstadt von Bratislava, begleitet von Trommeln, Pfeifen und anderen lauten Instrumenten. Es gab auch unterhaltsame Vorführungen, um die Vielfalt und Lebendigkeit der slowakischen Kultur zu unterstreichen.
Das Kulturleben der Slowakei sei in eine tiefe Krise geraten und schuld daran sei die Regierung, allen voran die nationalistische Kulturministerin Martina Simkovicova, kritisierten die Organisatoren. «Statt die Kultur zu unterstützen, werden unbequeme Stimmen zum Schweigen gebracht, massenhaft Leute entlassen, Organisationen und Projekten wird ihr letztes Geld entzogen», begründete die Plattform ihren Protest. Von Kürzungen betroffen seien alle Arten von Kulturmitarbeitern, von Beleuchtern, Garderobieren, Technikern bis zu Schriftstellern, Schauspielern und Produzenten.
Auf einem im Demonstrationszug zu sehenden Transparent wurde diese Kritik mit Anspielung auf den legendenhaften Grafen Dracula drastischer formuliert: «Wie heisst ein Ministerium, das der Kultur das Blut aussaugt? – Drakulturministerium.»
Kulturministerin Simkovicova war von der Slowakischen Nationalpartei SNS, einer rechtspopulistischen und prorussischen Kleinpartei, vorgeschlagen worden. Seit ihrem Amtsantritt im Herbst 2023 hat sie der Reihe nach das bisherige Führungspersonal aller grossen staatlichen Kultureinrichtungen entlassen und zugleich Kunstförderungen vor allem für Alternativkultur so radikal gestrichen, dass Kritiker von einem «Kahlschlag» sprechen.
















