Am Montag hat das fünftägige islamische Opferfest begonnen. Während dieser Zeit wollen die Taliban laut einer eigenen Ankündigung auf Angriffe verzichten.
Taliban
Sicherheitskräfte sichern eine Moschee in Herat ab. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Von Montag bis Freitag wird das islamische Opferfest Eid al-Adha gefeiert.
  • Die Taliban wollen während dieser Zeit keine Offensiv-Angriffe ausführen.
  • Die Radikalislamisten würden sich im «Selbstverteidigungsstatus» befinden.

Die radikalislamischen Taliban wollen nach eigenen Angaben während des islamischen Opferfests Eid al-Adha auf Offensiv-Angriffe in Afghanistan verzichten. Dieses dauert noch bis Freitag an.

Während der Feiertage «befinden wir uns im Selbstverteidigungsstatus», sagte ein Taliban-Sprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Eine formale Waffenruhe hatte es in der Vergangenheit während hoher islamischer Feiertage gegeben. Eine solche kündigten die Taliban aber nicht an.

Feuerpausen werden oft zur Planung genutzt

Das fünftägige islamische Opferfest hatte am Montag begonnen und gehört zu den wichtigsten Feiertagen im muslimischen Kalender. In den vergangenen Jahren hatten die Taliban anlässlich hoher islamischer Feiertage regelmässig Feuerpausen erklärt. Vielfach nutzten die Radikalislamisten diese aber, um ihre Einheiten aufzustocken. Und um Angriffe auf die afghanischen Regierungstruppen unmittelbar nach dem Ende der Feuerpause vorzubereiten.

In den vergangenen Monaten hatten die Taliban grosse Teile des Landes erobert. Dies parallel zum rasch fortschreitenden Abzug der US- und anderer Nato-Truppen aus Afghanistan. Beobachter befürchten, dass die Radikalislamisten nach dem vollständigen Abzug der internationalen Truppen wieder die Macht in Afghanistan übernehmen könnten.

Ghani
Aschraf Ghani, Präsident von Afghanistan. (Archivbild) - AFP

Die innerafghanischen Friedensverhandlungen zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung in Doha sind seit Monaten festgefahren. Am Dienstag hatte Afghanistans Präsident Aschraf Ghani in einer Rede im Präsidentenpalast den Taliban vorgeworfen, keine Friedenslösung herbeiführen zu wollen. Wenige Minuten vor Ghanis Rede hatte es in der Nähe des Präsidenenpalasts einen Raketenangriff gegeben.

Zu diesem bekannte sich später die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Der IS und die Taliban vertreten verschiedene ideologische Strömungen des Islamismus.

Zuletzt wurde dem IS aber vorgeworfen, zunehmend als verlängerter Arm der in Afghanistan deutlich einflussreicheren Taliban zu agieren. Vor allem Anschläge auf zivile Mitarbeiter der afghanischen Regierung reklamiert der IS oftmals für sich.

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