Streit mit Meloni kann die Italien-Ferien belasten

Karin Aebischer
Karin Aebischer

Crans-Montana,

Wegen der Brandkatastrophe von Crans-Montana zoffen sich die Schweiz und Italien. Das könnten Schweizer Touristen in den Italien-Ferien zu spüren bekommen.

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Zwischen der Schweiz und Italien herrscht seit Monaten dicke Luft. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Giorgia Meloni kritisiert die Schweiz im «Massaker von Crans-Montana» wiederholt scharf.
  • Zuletzt sorgten nach Italien gesendete Spitalrechnungen für rote Köpfe.
  • Der Zoff könnte sogar Folgen für die Ferien von Herr und Frau Schweizer haben.

In Italien wird nicht goutiert, wie die Schweiz mit der Brandkatastrophe von Crans-Montana umgeht.

Schon früh kritisierte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni die Schweizer Justiz. Etwa den Umstand, dass Bar-Besitzer Jacques Moretti auf Kaution freigelassen wurde. Dies sei «eine Schande» und «eine schwere Beleidigung und ein weiterer Schmerz für die Familien der Opfer», so Meloni.

Sie zog sogar den Botschafter in der Schweiz ab. Mittlerweile ist er zwar wieder zurück. Doch Spitalrechnungen der italienischen Crans-Verletzten, die Sitten nach Italien schickte – mit Kopie an die Angehörigen – liessen den Streit neu aufflammen.

Parmelin meloni
Guy Parmelin hat sich in Armenien mit Meloni unterhalten. - X

Von «unmenschlicher Bürokratie» aus der Schweiz war die Rede.

Inzwischen haben sich Bundespräsident Guy Parmelin und Giorgia Meloni am Rande eines Treffens in Armenien zu diesem Thema ausgetauscht. Man werde den Opfer-Familien keine Rechnungskopien mehr zustellen, beteuert Parmelin.

Zudem werde der Bundesrat die Frage nach der Verrechnung der Spitalleistungen der Brandopfer von Crans-Montana VS angehen, versicherte er.

Das war am Montag. Einen Tag später kritisierte Bundesrat Cassis in den Medien den Ton des italienischen Botschafters. «Diese anhaltende und endlose Diskussion zu diesem Thema wird leider auch – wie ich sagen muss – vom italienischen Botschafter in der Schweiz angeheizt», so Cassis.

«Brutal, wenn Meloni sich einschalten muss»

Auf politischer Ebene scheint der Disput somit vorläufig nicht vom Tisch zu sein.

«Es ist brutal, wenn Ministerpräsidentin Meloni sich einschalten muss. Das zeugt vom Zorn und vom Unmut, der in Italien gegenüber der Schweiz herrscht», sagt der Reputations-Experte Bernhard Bauhofer gegenüber Nau.ch.

Das werde nachhallen in der Beziehung der beiden Länder, ist er überzeugt.

Aber nicht nur in diesem Bereich dürfte die Angelegenheit Folgen haben. Sondern auch für all jene Schweizerinnen und Schweizer, die nächstens in Italien ihre Ferien verbringen.

«Es ist gut vorstellbar, dass Schweizer Touristen in Italien dann halt eben auch nicht so willkommen sind», sagt Bauhofer. Denn im Fall Crans-Montana fehle der Schweiz klar das Fingerspitzengefühl.

Auf wessen Seite stehst du?

«Und die Schweiz als neutrales Land ist da per se nicht mehr so beliebt.» Zumal noch immer das Klischee vorherrsche, dass in der Schweiz Geld gebunkert werde und es allen gut gehe, während andere Länder in und um Europa darben.

Ungleiche Behandlung

Was zusätzlich kein gutes Licht auf die Schweiz, das Wallis und die zuständigen Behörden werfe: «Der Eindruck verfestigt sich, dass die Behörden im Wallis sehr locker und kulant mit den Verantwortlichen der Brandkatastrophe umgehen. Während man auf der anderen Seite – zum Beispiel bei den Spitalkosten der Italiener – sehr behörden- und gesetzestreu handelt.»

Das Klima Schweiz-Italien könnte sich auch am Strand etwas abkühlen. - keystone

Der Reputations-Experte zeigt deshalb Verständnis für die Reaktion der Italiener. «Die Schweiz sollte zu einer humanitäreren und einfühlsameren Politik übergehen.»

Dann haben auch die Schweizer Touristen in Italien keine Feindseligkeiten zu befürchten.

Kommentare

User #4569 (nicht angemeldet)

Ich bin von Italiener umgeben hier in der Schweiz, mein Schwager ist Italiener, meine Nachbarn sind Italiener und wir haben ein tolles Verhältnis. Nach Crans Montana haben sich die Italiener mehr über ihr Land aufgeregt als ich. Sie schauten Rai und haben sich für ihr Land geschämt, jeden Abend stundenlang nur Crans Montana und dann gab es Überschwemmungen in Süditalien, Katastrophe in Sizilien und 5 Minuten in der Tagesschau fertig. Sie fühlten sich hintergangen.Dies wurde auch in einem Kommentar aus Italien so erwähnt. Die normalen Italiener können sich Crans Montana nie leisten.

User #2454 (nicht angemeldet)

Italy- zero Points

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