Regierungschef

Slowakei: Präsidentin verlangt Rücktritt von Regierungschef Matovic

Die slowakische Staatspräsidentin Zuzana Caputova hat den konservativ-populistischen Ministerpräsidenten Igor Matovic in einer öffentlichen Ansprache zum Rücktritt aufgefordert.

zuzana caputova
Zuzana Caputova, Präsidentin der Slowakei, im Präsidentenpalast. - Keystone/

Das Wichtigste in Kürze

  • «Es ist unausweichlich, dass der Premier mit seiner Demission den Weg für eine neue Vereinbarung der Koalitionspartner und den Umbau der Regierung frei macht», sagte das Staatsoberhaupt am Dienstag in Bratislava.

Keine Einzelperson dürfe wichtiger sein als das Interesse des Landes und seiner Bürger.

Angesichts der dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie sei es nicht mehr zu akzeptieren, dass sich die Vier-Parteien-Regierung nur mit koalitionsinternen Streitigkeiten befasse, anstatt sich um die Probleme der Bevölkerung zu kümmern. «Mit jedem weiteren Tag der Regierungskrise zeigen die politischen Eliten den Menschen, wie losgerissen sie von deren echtem Leben sind», erklärte die mit Abstand populärste Politikerin des Landes.

Die beiden kleineren Koalitionsparteien werfen dem ehemaligen Medienunternehmer Matovic Selbstherrlichkeit vor und geben ihm die Hauptschuld daran, dass die Slowakei zuletzt im Verhältnis zur Bevölkerungszahl mehr Corona-Tote verzeichnete als fast jedes andere Land der Welt. Im Zuge des Koalitionsstreits traten in den vergangenen Tagen vier Minister zurück, weitere drohten mit Rücktritt. Ein Streitpunkt war auch, dass Matovic gegen einen Beschluss der eigenen Regierung den Impfstoff Sputnik V aus Russland bestellte und die erste Lieferung persönlich am Flughafen abholte.

Weil die Regierung durch die Koalitionskrise kaum mehr arbeitsfähig ist, gab der rechtspopulistische Parlamentspräsident Boris Kollar am Dienstag bekannt, die laufende Parlamentssitzung für vorerst eine Woche auszusetzen. Damit wolle er verhindern, dass «das Chaos und der Zirkus» von der Regierung auch auf das Parlament übergreife.

Kommentare

Weiterlesen

Juso
349 Interaktionen
10 Mio. Schweiz
x
8 Interaktionen
Unter-20-Jährige

MEHR IN NEWS

zürich
3 Interaktionen
«Ein Skandal»
ukraine
Waffenruhe?

MEHR REGIERUNGSCHEF

John Swinney
3 Interaktionen
Washington/Edinburgh
radew
2 Interaktionen
Sofia
bolojan rumänien misstrauensvotum
18 Interaktionen
Parlament
John Swinney
6 Interaktionen
London

MEHR AUS SLOWAKISCHE REPUBLIK

4 Interaktionen
Bratislava
Fico
26 Interaktionen
Bratislava
Treibstoff
1 Interaktionen
Bratislava