Sexsucht in Schweden steigt an: Was steckt dahinter?

Fabia Söllner
Fabia Söllner

Schweden,

Die Zahl der gemeldeten Sexsucht-Fälle in Schweden vervierfachte sich kürzlich. Grund sind gesellschaftliche und gesetzliche Veränderungen, berichten Experten.

Zu zwanghaftem Sexualverhalten kann unter anderem übermässiger Pornokonsum zählen. Foto: Sebastian Willnow
Zu zwanghaftem Sexualverhalten kann unter anderem übermässiger Pornokonsum zählen. Foto: Sebastian Willnow - dpa-infocom GmbH

In Schweden sorgt ein drastischer Anstieg der registrierten Fälle von Sexsucht für Aufsehen. Die Zahlen haben sich laut Behördenangaben im Jahr 2025 im Vergleich zu vorher vervierfacht.

Ursachen sehen Experten in jüngsten gesetzlichen Neuregelungen und sozialen Dynamiken, wie unter anderem der «Tagesspiegel» berichtet.

Seit Juli 2025 verbietet Schweden den Kauf digitaler sexueller Dienstleistungen, etwa auf Plattformen wie OnlyFans oder in Livecam-Shows. Das Gesetz stellt die Kundschaft unter Strafe und zielt darauf, digitale Prostitution zu kriminalisieren, berichtet «netzpolitik.org».

Die strafrechtlichen Sanktionen können bis zu einem Jahr Haft betragen.

Schweden: Der Nachteil des Verbots

Zwischen der Kriminalisierung und der Verdopplung der Sexsucht-Fälle besteht laut Fachleuten ein Zusammenhang. Die starke Einschränkung legaler Angebote könne Betroffene in die Illegalität oder in problematisches Verhalten treiben.

Auch warnen Expertinnen vor einer verstärkten Stigmatisierung und damit verbundenem Suchtrisiko, so die «Tagesschau».

Findest du das Gesetz in Schweden gut?

Viele Sexarbeiter:innen sind von der Neuregelung betroffen, da sie digitale, unabhängige Arbeitsformen verlieren. Yigit Aydin, Aktivist bei ESWA, sieht im Gesetz einen Rückschritt für sexuelle Selbstbestimmung.

Digitale Plattformen wie OnlyFans könnten künftig schwedische Nutzer sperren, was eine soziale Isolation fördern könnte.

Zudem hat diese Regulierung laut Fachleuten eine Überwachungs- und Kontrollrichtung, die auch private sexuelle Aktivitäten betreffen kann. Das weckt Sorgen vor einem Eingriff in die Intimsphäre der Bürger, da zwischen Sexarbeit und Pornografie schwer zu unterscheiden ist.

Kommentare

User #5927 (nicht angemeldet)

JEDES Gesetz, das im Bereich Prostitution, Sex und Erotik eingeführt wurde und noch wird, dient lediglich den moralischen Möchtegerns und bringt ausser Chaos und Leid nur immens mehr Kosten. Nutzen: null! Ergo: es geht den Staat schlicht und ergreifend nichts an was ich mit meinem Dingeling mache, solange es einvernehmlich ist und niemand zu schaden kommt. So einfach könnte es sein.

User #2345 (nicht angemeldet)

Das wird genauso wie bei der Drogenbekämpfung enden: Im totalen Chaos!

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