Sexarbeiter und Studis: Wer steckt hinter den Klebe-Aktivisten?

    Lou Pflugshaupt
    Lou Pflugshaupt

    Deutschland,

    Extreme Klima-Aktivisten sorgen in letzter Zeit mit ihren Aktionen immer wieder für Schlagzeilen. Doch wer steckt eigentlich dahinter?

    letzte generation
    Ein Protest von der Gruppe Letzte Generation. - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Klima-Aktivisten spalten mit extremen Aktionen die Gemüter.
    • Doch wer sind die Leute, die sich auf die Strasse kleben und Bilder mit Brei bewerfen?

    In letzter Zeit haben Klima-Aktivisten von Organisationen wie «Letzte Generation» mit extremen Aktionen für Aufsehen gesorgt. Viele davon stehen im Netz mit ihrem Namen hin oder rechtfertigen sogar im Fernsehen ihre Taten.

    Die «Bild» hat nun im Privatleben von deutschen Hauptakteuren geschnüffelt. Und dabei Sexarbeiterinnen, Schauspieler und Studenten gefunden.

    Unterschiedlichste Hintergründe

    Tadzio M., 46-jähriger Berliner, ist Politikwissenschaftler und der Polizei wegen Drogen bekannt. Andere dürften ihn kennen, weil er nach dem Tod einer Radfahrerin nach einer Strassenblockade «Shit Happens» tweetete. Er hat eine eigene Gruppe («Ende Gelände»), die vom deutschen Verfassungsschutz als linksextrem eingestuft wird.

    Eine andere ist Penelope F. Sie ist 32 Jahre alt, wurde als Patrick geboren und trat mit 13 Jahren der SPD bei. Ihr Geld verdient sie mit dem Verkauf Sextoys und getragener Unterwäsche.

    Ihre letzte Aktion mit den Aktivisten war das Lahmlegen des Berliner Flughafens. Und dies, obwohl sie sich früher in einem Verein für Flughäfen engagiert hatte.

    Auch der studierte Schauspieler Raúl S. (38) blockiert Strassen und kettet sich sogar an Erdöl-Pumpstationen. Der Deutsche spielte Rollen in «Soko Leipzig» vom ZDF und im «Polizeiruf 110» von der ARD. Wie die «Bild» weiss, wurde ihm zuletzt eine Strafe von 3000 Euro aufgebrummt.

    Studium unterbrochen fürs Klima

    Benjamin F. ist ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt. Der 25-Jährige machte gleich bei mehreren Aktionen mit, die medial für Aufregung sorgten.

    Er war dabei, als der Berliner Flughafen lahmgelegt wurde, bewarf das Monet-Gemälde mit Kartoffelbrei und verunstaltete die FDP-Zentrale mit Farbe. An einer Hochschule studierte er vorher «Lebensmittel, Ernährung und Hygiene». Gegen ihn stehen Ermittlungen wegen Sachbeschädigung und Nötigung im Raum.

    potsdam monet
    Mirjam H. und Benjamin F. knien vor Claude Monets Gemälde im Barberini Museum in Potsdam (D). - Keystone

    Bei der Attacke auf das Monet-Gemälde im Museum Barberini in Potsdam war auch Jura-Studentin Mirjam H. dabei. Im letzten Jahr seilte sich die 25-jährige, die ihr Studium für das Klima pausiert, von einer Autobahnbrücke.

    Nach dieser Aktion landete sie in U-Haft. Jetzt muss sie sich vor Gericht verantworten – es drohen vier Jahre Haft.

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