G20-Gipfel

    Selenskyj spricht bei G20-Gipfel über Plan für Kriegsende

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Indonesien,

    Wolodymyr Selenskyj sprach am G20-Gipfel über seinen Plan für das Ende des Ukraine-Kriegs. Er schlug eine internationale Konferenz vor.

    Selenskyj spricht per Video zur COP27
    Selenskyj spricht per Video zur COP27 - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Selenskyj hat am G20-Gipfel gesprochen.
    • Er sagte, nach dem Krieg seien «effektive Sicherheitsgarantien» für die Ukraine notwendig.
    • Ausserdem fordert er eine Verlängerung des Getreide-Abkommens.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat per Video beim G20-Gipfel einen Plan für ein mögliches Ende des russischen Krieges aufgezeigt. Nötig seien dafür ein Abzug der russischen Truppen und eine Wiederherstellung der territorialen Unversehrtheit der Ukraine, sagte der Staatschef am Dienstag zum Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer auf der indonesischen Insel Bali. Für Russland nahm Aussenminister Sergej Lawrow teil, der Kremlchef Wladimir Putin vertritt.

    «Ich möchte, dass dieser aggressive russische Krieg gerecht endet und auf Grundlage der Charta der Vereinten Nationen und des internationalen Rechts», sagte Selenskyj laut Redemanuskript. Für die Ukraine seien nach dem Krieg «effektive Sicherheitsgarantien» notwendig.

    Verlängerung von Getreideabkommen gefordert

    Für die Schaffung einer Nachkriegs-Sicherheitsarchitektur schlug Selenskyj eine internationale Konferenz vor, bei der ein Kiewer Abkommen geschlossen werden könne.

    Selenskyj forderte auch eine Verlängerung des unter Vermittlung der Türkei und der UN geschlossenen Abkommens über den Export von ukrainischem Getreide. Seit dem Ende der russischen Blockade im Schwarzen Meer habe das Land mehr als zehn Millionen Tonnen Lebensmittel ausgeführt, sagte er.

    getreide
    Das Getreideabkommen wurde erst kürzlich beschlossen. Nun warnt Russland vor einem Scheitern. - Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa/Archiv

    Das Abkommen läuft am 19. November aus. Über eine Verlängerung wird verhandelt. Nach Darstellung Selenskyjs könnten in diesem Jahr 45 Millionen Tonnen aus der Ukraine für die Ernährungssicherheit in der Welt bereitgestellt werden.

    Selenskyj wirft Russland Verschleppungen vor

    Einmal mehr kritisierte Selenskyj die gezielte Zerstörung der Energieinfrastruktur der Ukraine. Russland versuche, «Kälte als Waffe gegen Millionen von Menschen» einzusetzen. Er warf Moskau vor, mehr als 430 Kinder in dem Krieg getötet und 11'000 Mädchen und Jungen nach Russland verschleppt zu haben. Die Kinder seien von ihren Eltern getrennt worden. Er kritisierte, dass das Internationale Komitee des Roten Kreuzes nicht genug tue, um etwa Zugang zu ukrainischen Kriegsgefangenen zu bekommen.

    schwarzes meer
    Die Schlangeninsel im Schwarzen Meer - Planet Labs PBC/AFP

    Selenskyj beklagte in seiner Rede nicht zuletzt die schweren Folgen des Krieges für die Umwelt in der Ukraine. Unter anderem seien Millionen Hektar Wald verbrannt durch den Beschuss; im Donbass seien Kohlegruben geflutet und im Land Millionen von Hektar Boden durch schädliche Substanzen verseucht worden. Im Schwarzen Meer seien zudem mindestens 50'000 Delfine im Zuge des Kriegs getötet worden, sagte Selenskyj. Der Krieg dauert seit mehr als acht Monaten an.

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