EU

Selenskyj pocht in Brief an EU auf volle Mitgliedschaft

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach dem Vorschlag von Kanzler Friedrich Merz zu einem Sonderstatus für Kiew in der EU seine Forderung nach einer vollen Mitgliedschaft bekräftigt. «Es wäre ungerecht für die Ukraine in der Europäischen Union präsent zu sein, aber ohne Stimme zu bleiben», schrieb Selenskyj an die EU-Spitzen in einem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

asd
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine. - keystone

Der Erweiterungsprozess brauche viel zu lange, Europa müsse sich schneller bewegen und die Ukraine nicht in einem Warteraum halten, bis es die volle Mitgliedschaft gebe, betonte er. Merz (CDU) hatte für die Ukraine einen Sonderstatus als «assoziiertes Mitglied» der EU vorgeschlagen, weil ein schneller vollständiger Beitritt aus seiner Sicht ausgeschlossen ist. Aus Sicht Berlins wird mit dem Vorschlag eine politische Brücke gebaut.

«Deutschland ist und bleibt der wichtigste Unterstützer der Ukraine. Wir sehen uns auch als Wegbereiter für eine EU-Mitgliedschaft des Landes. Jetzt ist eine ehrliche Auseinandersetzung nötig. Unser Vorschlag dient dazu, die notwendige Debatte zu eröffnen», hiess es Regierungskreisen in Berlin zu dem Brief des ukrainischen Präsidenten. Es gehe um pragmatische Zwischenschritte hin zu einer Vollmitgliedschaft der Ukraine in der EU.

«Die Vollmitgliedschaft bleibt das Ziel. In der Substanz geht es jetzt vor allem darum, die Verhandlungskapitel zu eröffnen. Insofern besteht eine hohe Übereinstimmung mit den Vorstellungen des ukrainischen Präsidenten», hiess es weiter. Merz hatte seinen Vorstoss mit der besonderen Lage der Ukraine als Land im Krieg und erheblichen Fortschritten in den Beitrittsverhandlungen begründet.

Der Ukraine geht das nicht weit genug. Auch in einer Videobotschaft pochte Selenskyj darauf, dem Land rasch eine volle Mitgliedschaft zu gewähren. «Es kann kein vollständiges europäisches Projekt ohne die Ukraine geben, und der Platz der Ukraine in der Europäischen Union muss ebenfalls vollständig sein – voll und gleichberechtigt», sagte er. «Es ist wichtig, in den Verhandlungen sinnvolle Fortschritte zu erzielen. Es ist wichtig, zu hundert Prozent für die Sicherheit und für unser Volk zu arbeiten.»

Selenskyj führt die Ukraine seit mehr als vier Jahren im Kampf gegen den zerstörerischen russischen Angriffskrieg. Er will mit einer baldigen EU-Mitgliedschaft seines Landes einen Sieg für Kiew erringen.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #4118 (nicht angemeldet)

Bis vor 4 Jahren als eines der korruptesten Länder abgetan! Und jetzt fehlen auch Milliarden.

User #1032 (nicht angemeldet)

Halleluja… die Schweiz muss die Bilateralen 3 gar nicht annehmen, sie kann das Geld direkt den EU Staatschefs und Selensky schicken.🙌

Weiterlesen

teaser
127 Interaktionen
Kriege und Krisen
hallenbad
248 Interaktionen
«Gäste sensibler»

MEHR EU

13 Interaktionen
Brüssel
eu mexiko
3 Interaktionen
Mexiko-Stadt
42 Interaktionen
Bern
5 Interaktionen
Aargau

MEHR AUS STADT BERN

YB
6 Interaktionen
Lunde-Kolumne
test schüler
9 Interaktionen
Röstigraben?
78 Interaktionen
«10-Mio.-Schweiz»
Dulout Job
599 Interaktionen
Über ein Jahr