So gut können Berner Schüler lesen und rechnen
Im nationalen Vergleich schneiden Berner Schülerinnen und Schüler eher unterdurchschnittlich ab. Besonders schwach sind die Französischsprachigen beim Lesen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) vergleicht Schweizer Schüler.
- In den Bereichen Lesen, Hören und Mathematik werden die Kinder getestet.
- Auf den Plätzen ganz vorne ist der Kanton Bern in keiner Kategorie zu finden.
- Beim Lesen sind die welschen Berner Schulkinder gar nationales Schlusslicht.
Im Lesen und Rechnen gibt es für Schülerinnen und Schüler im Kanton Bern noch Luft nach oben. Dies geht hervor aus der sogenannten Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK). Die Resultate der im Jahr 2024 durchgeführten Erhebung wurden am Donnerstag publiziert.

Unter die Lupe genommen wurden Schulkinder am Ende des vierten Schuljahres. Bei mehrsprachigen Kantonen sind die Ergebnisse entsprechend zweigeteilt.
Welsche beim Lesen im Hintertreffen, in Mathe dafür top
Frappierend ist dabei der Blick auf die Lese-Statistik: Lediglich 70 Prozent der französischsprachigen Berner Kinder erreicht in dieser Disziplin die Grundkompetenzen. Das entspricht dem niedrigsten Wert überhaupt im schweizweiten Vergleich.
Die deutschsprachigen kommen immerhin auf 74 Prozent, der Schweizer Durchschnitt liegt bei 79 Prozent. Die Lese-Bestwerte schnappten sich Uri und Graubünden (beide 87 Prozent).
Resultate der ÜGK 2024
Die Prozentzahl reflektiert den Anteil an Schülerinnen und Schülern, die die geforderten Grundkompetenzen erlangt haben. Die Kantone Nidwalden und Zug nahmen an der Auswertung nicht teil.
Kompetenzbereich Hören:
Bern (deutschsprachig): 88%
Bern (französischsprachig): 84%
Schweizer Durchschnitt: 87%
Kompetenzbereich Lesen
Bern (d): 74%
Bern (f): 70%
Schweizer Durchschnitt: 79%
Fachbereich Mathematik
Bern (d): 72%
Bern (f): 78%
Schweizer Durchschnitt: 76%
Im Hörverstehen sieht es derweil besser aus. Mit 88 Prozent liegt der deutschsprachige Teil von Bern sogar leicht über dem Schnitt (87 Prozent). In den welschen Regionen sind es 84 Prozent.
Blickt man jedoch auf die Mathematik, wendet sich das Blatt. Dort sind die Französischsprechenden überlegen (78 zu 72 Prozent). Der Durchschnitt beträgt hier 76 Prozent.
BKD nimmt Ergebnisse «zur Kenntnis»
Der BärnerBär hat bei der Berner Bildungs- und Kulturdirektion (BKD) nachgefragt, wie sie die Resultate bewertet. Auch mit Blick auf das schwache Abschneiden im Kompetenzbereich Lesen. Und ob Ursachen für die Zahlen bekannt sind.
Viel möchte sie dazu nicht sagen: «Die BKD nimmt die Ergebnisse der ÜGK zur Kenntnis, wird diese nun analysieren und gegebenenfalls Massnahmen daraus ableiten», heisst es auf Anfrage.
Anderswo kommuniziert man offensiver zu unterdurchschnittlichen Zahlen. Das Erziehungsdepartement von Basel-Stadt etwa veröffentlichte am Donnerstag eine Mitteilung. Dort sprach man von «Handlungsbedarf».
Konkret ging es um das Lesen und die Mathematik. Dort schnitt Basel-Stadt mit 73 Prozent respektive 70 Prozent weit unter dem nationalen Schnitt ab.
Gemäss dem Communiqué sind bereits jetzt Arbeiten zur Stärkung der Leseförderung am Laufen. «Die Resultate bestätigen, wie wichtig die datengestützte Weiterentwicklung der Volksschule und der Chancengerechtigkeit sind», sagt der zuständige Basler Regierungsrat Mustafa Atici.








