Deutsche Seenotretter haben vor Lampedusa Hunderte Menschen aufgenommen. Aber weiterhin lässt kein Hafen die Einfahrt der Schiffe zu.
Die Sea-Eye 4 wird von deutschen Seenotrettern auf dem Mittelmeer betrieben. Foto: Maik Luedemann/Sea-Eye/AP/dpa
Die Sea-Eye 4 wird von deutschen Seenotrettern auf dem Mittelmeer betrieben. Foto: Maik Luedemann/Sea-Eye/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die deutschen Seenotrettungsschiffe «Sea-Eye 4» und «Rise Above» warten mit insgesamt fast 300 Migranten an Bord im Mittelmeer weiter auf die Zuteilung eines sicheren Hafens zum Anlegen.

Die Schiffe der privaten Hilfsorganisationen Sea-Eye und Mission Lifeline kreuzten in den vergangenen Tagen rund um die italienische Insel Lampedusa. Aus Schutz vor schlechtem Wetter wurde dann aber Sizilien angesteuert, wie Sea-Eye am Sonntag bei Twitter mitteilte.

Auf der «Sea-Eye 4» sind nach eigenen Angaben des Regensburger Vereins 223 Migranten, darunter sieben schwangere Frauen und acht Kinder. Einige Menschen seien verletzt. Ein fünfjähriger Junge habe vor der Rettung drei Tage in einem kleinen Boot gekauert. Wegen starker Schmerzen könne er kaum noch laufen, schrieben die Retter. Auf der «Rise Above» befinden sich laut der Dresdner Organisation Mission Lifeline 66 Gerettete, die in den vergangenen Tagen an Bord geholt wurden.

Viele Migranten wagen die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer in der Hoffnung, in der EU ein besseres Leben zu haben. Sie erreichen meist Italien. Bis Sonntag zählten die Behörden mehr als 63.700 Migranten, die 2021 an italienischen Küsten ankamen. Laut UN-Angaben starben seit 2014 fast 23.000 Menschen im Mittelmeer.

Die Seenotretter üben an Malta heftige Kritik. Viele Migranten werden nach Angaben der Helfer in der Rettungszone des Mittelmeerstaates gefunden, dennoch reagiere Malta nicht auf Hilfegesuche.

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