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    Schwerkranker Archie: Eltern hoffen auf Europäisches Gericht

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    Grossbritannien,

    Die Eltern des schwerkranken Archie (12) wollen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte die Abschaltung der Maschinen verhindern.

    Archies Mutter spricht vor dem Krankenhaus in London mit Journalisten.
    Archies Mutter spricht vor dem Krankenhaus in London mit Journalisten. - Jonathan Brady/PA Wire/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Seit Tagen wollen Ärzte und Gerichte die lebenserhaltenden Massnahmen für Archie beenden.
    • Die Eltern kämpfen aber vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte dagegen an.
    • Ihr Anwalt will am Mittwochmorgen einen entsprechenden Antrag einreichen.

    Kurz vor der geplanten Abstellung der lebenserhaltenden Massnahmen im Fall des unheilbar kranken Archie (12) in England wollen die Anwälte der Familie den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einschalten. Man werde bis 9 Uhr morgens (Ortszeit) am heutigen Mittwoch einen entsprechenden Antrag einreichen, um die Abschaltung zu verhindern. Dies sagte Archies Mutter der englischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Wieder einmal habe man kaum Zeit.

    holli dance
    Holli Dance kämpft um das Leben ihres Sohnes Archie Battersbee. - Facebook / Holli Dance

    Die Abstellung der lebenserhaltenden Massnahmen stand eigentlich unmittelbar bevor. Die Nachrichtenagentur PA meldete unter Berufung auf die Familie des Zwölfjährigen, die Geräte, die den Jungen derzeit in einem Krankenhaus im Osten Londons am Leben halten, sollten heute um 11 Uhr Ortszeit (12 Uhr MESZ) abgeschaltet werden. Auch jetzt ist noch unklar, ob die Anwälte der Familie mit ihrem Antrag Aussicht auf Erfolg haben.

    Bis vor das oberste Gericht

    Im Kampf um das Leben ihres Sohnes waren Archies Eltern zuvor in allen gerichtlichen Instanzen gescheitert. Der Supreme Court – das oberste britische Gericht – lehnte am Dienstag einen Antrag ab, mit dem die Eltern die Fortführung der lebenserhaltenden Massnahmen erwirken wollten.

    Archie hatte sich bei einem häuslichen Unfall im April schwere Hirnverletzungen zugezogen – womöglich bei einer Internet-Mutprobe. Der Zwölfjährige liegt seither im Koma. Die britischen Gerichte entschieden, dass die Ärzte den Jungen sterben lassen dürfen. Dies sei in seinem besten Interesse, hiess es zur Begründung.

    Archie Eltern
    Paul Battersbee und Hollie Dance, die Eltern von Archie Battersbee, dem zwölfjährigen Jungen, der nach einem schweren Hirnschaden vor drei Monaten im Koma liegt. Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa - sda - Keystone/PA Wire/Victoria Jones

    Anfang dieser Woche hatte sich Archies Familie noch an einen UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen gewandt. Dieser forderte daraufhin, die Massnahmen fortzusetzen, bis der Antrag geprüft sei.

    Supreme Court: Maschinen verlängern das Sterben

    Die Richter am Supreme Court folgten allerdings der vorherigen Entscheidung des Berufungsgerichts und erklärten, da es keine Aussicht auf eine wirkliche Genesung gebe, würden die lebenserhaltenden Massnahmen nur «das Sterben verlängern». Man treffe diese Entscheidung nicht leichtfertig und spreche den Eltern von Archie «tiefes Mitgefühl» aus.

    Der Fall erinnert an ähnliche Auseinandersetzungen um unheilbar kranke Kinder in Grossbritannien. Der finanziell stark unter Druck stehende britische Gesundheitsdienst neigt dazu, lebenserhaltende Massnahmen sehr viel früher zu entziehen, als das in Deutschland der Fall wäre. Zudem werden die Wünsche von Eltern und Angehörigen dabei nicht im selben Masse berücksichtigt. Was im besten Sinne des Patienten ist, entscheiden oft Richter auf Empfehlung von Medizinern.

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