KOF: Teurere Flüge verhageln Schweizer Hotels das Sommergeschäft
Die KOF erwartet im Sommer 1,6 Prozent weniger Übernachtungen. Besonders stark trifft es Reisen aus Asien und China.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Iran-Krieg dürfte der Schweizer Hotellerie den Sommer deutlich verhageln.
- Die KOF erwartet 2026 ein Minus von 1,6 Prozent auf 24,8 Mio. Logiernächte.
- Besonders aus Asien kommen weniger Gäste, aus China gar rund ein Viertel weniger.
Der Iran-Krieg dürfte dem Schweizer Tourismus das Sommergeschäft verhageln.
Das KOF Institut der ETH Zürich rechnet in der Hotellerie mit einem Rückgang um 1,6 Prozent auf 24,8 Millionen Übernachtungen.
Besonders Gäste aus Asien dürften diesen Sommer deutlich seltener in die Schweiz reisen, teilte das KOF am Dienstag mit. Die Aussichten für den kommenden Winter 2026/27 blieben dagegen stabil.
Damit bestätigen die Konjunkturforscher weitgehend die Prognose von BAK Economics von vergangener Woche. BAK hatte für die Sommersaison 2026 ein Minus von 1,0 Prozent auf 24,9 Millionen Logiernächte vorausgesagt.
Vor allem Asiaten bleiben fern
Als Hauptgrund nennen beide Institute die Folgen des Iran-Kriegs für den Luftverkehr. Höhere Kerosinpreise, teurere Flugtickets und längere beziehungsweise unsichere Flugrouten belasten die Fernreisen in die Schweiz.
Bei den ausländischen Gästen rechnet die KOF daher mit einem Rückgang von 2,9 Prozent auf 13,0 Millionen Übernachtungen.
Dies liegt hauptsächlich am erwarteten Minus bei den Gästen aus Asien von 10,0 Prozent auf 1,5 Millionen – bei China gar minus 25,7 Prozent auf 0,4 Millionen.
Zum Vergleich: Im Sommer 2025 machten Gäste aus Asien 12,4 Prozent der ausländischen Logiernächte aus. Für diesen Sommer wäre es laut KOF noch 11,5 Prozent.
Bei Gästen aus China sänke der Anteil auf 3,1 von 4,0 Prozent. Gerade für viele Schweizer Städte ist der asiatische Markt wichtig.
Schweizer und Europäer können Einbruch nicht auffangen
Die Nachfrage aus dem Inland dürfte dies nur teilweise ausgleichen. Bei Schweizer Gästen werden für den Sommer 11,8 Millionen Logiernächte erwartet – ein Plus von 0,2 Prozent. Für Europa werden mit 6,7 Millionen Übernachtungen nur 0,4 Prozent weniger erwartet.
Denn im Gegensatz zu den Fernmärkten können Gäste aus Europa die Schweiz weiterhin gut per Auto, Bahn oder auf kurzen Flugverbindungen erreichen.
Zudem könnten höhere Flugpreise und Unsicherheit dazu führen, dass Reisende eher nahegelegene Ferienziele wählen.
Im Winter soll sich Lage wieder beruhigen
Entspannter blickt die KOF auf den kommenden Winter 2026/27. Erwartet werden 18,7 Millionen Logiernächte – und damit praktisch gleich viele wie im Vorjahr.
Der Winter sei weniger stark von Fernreisen abhängig und werde stärker von Schweizer Gästen sowie Reisenden aus europäischen Nahmärkten getragen.
Den vergangenen Winter 2025/26 beurteilt die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich als sehr stark. Nach einem rekordhohen Saisonstart im November und Dezember schwächte sich die Dynamik gegen Ende jedoch spürbar ab.
Der März fiel wegen schlechterer Schneeverhältnisse, aber auch wegen erster Auswirkungen des Iran-Kriegs deutlich schwächer aus.











