Nach Zerstörer-Hagelsturm: Jetzt werden Mietautos knapp
Zwei Wochen nach dem Hagelsturm sind Mietautos in der Schweiz knapp. Hertz meldet eine Auslastung von über 93 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Hagelsturm beschädigte zahlreiche Autos in mehreren Kantonen.
- Als Ersatz sind Mietwagen derzeit besonders stark gefragt.
- Bei Hertz Schweiz liegt die Auslastung bei über 93 Prozent.
Leere Parkplätze statt einer grossen Auswahl: Wer derzeit ein Mietauto benötigt, könnte Mühe haben.
Grund dafür ist der heftige Hagelsturm, der vor zwei Wochen über Teile der Schweiz zog. Zahlreiche Autos wurden dabei so stark beschädigt, dass ihre Besitzer vorübergehend einen Ersatz benötigen.
Das bekommt auch die Mietwagenbranche zu spüren. Bei Hertz Schweiz sind die Fahrzeuge derzeit fast vollständig vergriffen.

«Wir sind mit über 93 Prozent gebucht. Wir haben vereinzelt noch Fahrzeuge, aber sonst sehen die Parkplätze bei uns leer aus.» Das sagt Geschäftsführer Roberto Delvecchio gegenüber der «Tagesschau» von SRF.
Mietwagenfirma bestellt zusätzliche Autos
Die hohe Nachfrage dürfte noch eine Weile anhalten. Viele beschädigte Fahrzeuge können nicht sofort repariert werden. Teilweise müssen deren Besitzer während Wochen oder sogar Monaten auf ihr Auto verzichten.
Hertz reagiert deshalb und baut die verfügbare Flotte aus. Das Unternehmen hat zusätzliche Neuwagen bestellt. Gleichzeitig bleiben ältere Mietautos länger im Einsatz als ursprünglich vorgesehen.
Damit dürfte sich die angespannte Lage in den kommenden Tagen etwas beruhigen.
Ausgelöst wurde der Engpass durch das schwere Unwetter vom 28. August. Eine kräftige Gewitterzelle zog vom Seeland über den Aargau und das Zürcher Unterland bis zum Bodensee.
Lokal fielen Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern. Dazu kamen Sturmböen, Starkregen und Zehntausende Blitze.
Garagen arbeiten monatelang Schäden ab
Wie gross die Folgen sind, zeigt sich auch bei den Garagen. Beim Betrieb Moser in Seuzach ZH warten rund 500 beschädigte Fahrzeuge auf zwei Parkplätzen auf ihre Reparatur.
«Das ist ein absolutes Ereignis für uns, das haben wir noch nie erlebt», sagt Marco Moser gegenüber SRF.
Sein Betrieb kann derzeit etwa 15 Scheiben pro Tag ersetzen. Bis Ende Monat sind sämtliche Termine ausgebucht. Vorerst konzentriert sich die Garage deshalb auf kaputte Frontscheiben, damit möglichst viele Autos wieder fahrtüchtig werden.
Die Dellen an den Karosserien werden erst bei einem zweiten Termin behoben. Moser rechnet damit, dass die Hagelschäden seine Garage noch während Monaten beschäftigen werden.
Klar ist: Bis alle beschädigten Fahrzeuge repariert sind, dürften Mietwagen als Ersatz begehrt bleiben.











