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    Russisches Gericht verbietet Nawalny-Organisationen endgültig

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    Russland,

    Alexei Nawalny wurde Opfer eines Giftanschlags. Seit kurzem sitz der russische Oppositionelle in Haft. Nun verbietet ein Gericht mehrere seiner Organisationen.

    Ukraine Krieg
    Der Kremlgegner Alexei Anatoljewitsch Nawalny im Gerichtssal. (Archivbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein russisches Gericht erachtet mehrere Nawalny-Organisationen als extremistisch.
    • Nun dürfen Unterstützer nicht mehr bei Wahlen in Russland antreten.

    Russlands Justiz hat mehrere Organisationen des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny endgültig verboten. Unter anderem die Anti-Korruptions-Stiftung FBK und die Regionalstäbe des Oppositionellen seien als extremistisch eingestuft worden, teilte das Moskauer Gericht am Mittwochabend mit. Nawalnys Unterstützer hatten das Verfahren als politisch motiviert kritisiert. Im Zusammenhang mit einem neu erlassenen Gesetz dürfen sie nun unter anderem bei der Parlamentswahl im Herbst nicht mehr antreten.

    Bereits vor einigen Wochen war ein vorläufiges Betätigungsverbot gegen Nawalnys Regionalstäbe verhängt und die Tätigkeit seiner Anti-Korruptions-Stiftung massiv eingeschränkt worden. Wenige Tage später setzte die Finanzaufsichtsbehörde die Regionalstäbe auf die Liste extremistischer und terroristischer Organisationen.

    Kritik aus dem Ausland

    Nawalnys Unterstützer beklagen, dass die Justiz so den Kampf gegen Korruption sowie die Strassenproteste vor der Dumawahl im September lahmlegen will. Deutliche Kritik am Vorgehen der russischen Behörden kam zuletzt auch aus dem Ausland.

    Russischer Oppositionsführer Nawalny
    Alexej Nawalny, Oppositionsführer aus Russland, steht hinter einer Scheibe im Moskauer Bezirksgericht. - dpa

    Aus Sicht der Moskauer Staatsanwaltschaft destabilisiert Nawalnys Bewegung «die gesellschaftlich-politische Lage im Land». Sie rufe auf zu «extremistischen Aktivitäten, zu Massenunruhen – auch mit Versuchen, Minderjährige in gesetzeswidrige Handlungen zu verwickeln». Mit der Einstufung als extremistisch gehen für Nawalnys Strukturen laut eigener Darstellung unter anderem Kontosperrungen, Arbeitsverbote und versiegelte Büroräume einher.

    «Anti-Nawalny-Gesetz»

    Seit wenigen Tagen gilt zudem ein neues Gesetz, das es Unterstützern extremistischer Vereinigungen künftig verbietet, bei Wahlen zu kandidieren. Von russischen Oppositionellen war es mit Blick auf die absehbare Gerichtsentscheidung als «Anti-Nawalny-Gesetz» bezeichnet worden. Nawalnys Team hatte dennoch angekündigt, nicht aufgeben zu wollen. Mit Blick auf die Dumawahl im September ruft es etwa zum «schlauen Abstimmen» auf: Bürger sollen für einen beliebigen Kandidaten stimmen – nur nicht für jenen der Kremlpartei.

    putin
    Die Polizei verhaftet einen Mann während eines Protestes gegen die Inhaftierung des Oppositionsführers Alexej Nawalny in Chabarowsk. (Archivbild) - Keystone

    Erst im April waren landesweit Zehntausende Menschen bei Demonstrationen für den im Straflager inhaftierten 45-Jährigen auf die Strasse gegangen. Bereits im Januar gab es Massenproteste. Der populäre Oppositionspolitiker, der im vergangenen Jahr nur knapp einen Giftanschlag überlebte, ist seit Monaten in einem Straflager inhaftiert.

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