Ravenna feiert Mozarts 270. Geburtstag mit Konzert-Trilogie
Mit einer musikalischen Hommage würdigt Ravenna den 270. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Ravenna Festival widmet dem Komponisten seine diesjährige Herbst-Trilogie unter dem Titel «Mozart 1791». Vom 13. bis 17. November stehen im Teatro Alighieri drei Werke im Mittelpunkt, die Mozarts letztes Lebensjahr und seine musikalische Entwicklung kurz vor seinem Tod beleuchten.

Den Auftakt bildet am 13. und 16. November eine Neuinszenierung der Oper «La clemenza di Tito». Am 14. und 17. November folgt mit «L'ultimo incanto» eine eigens entwickelte musikalisch-theatralische Produktion. Den Abschluss der Trilogie bildet am 15. November Mozarts berühmtes, unvollendet gebliebenes Requiem.
Die drei Werke entstanden innerhalb weniger Monate im Jahr 1791 und spiegeln eine aussergewöhnlich intensive Schaffensphase wider. Für die künstlerische Leiterin Chiara Muti ist diese Zeit von tiefen Gegensätzen geprägt: «Die Musik seines letzten Lebensjahres ist durchdrungen von dem Bedürfnis zu überleben, von sanfter Ergebung, kompositorischer Reife, Sehnsucht nach der Kindheit und dem klaren Bewusstsein des nahenden Todes», so die Regisseurin.
Mozart habe das Ende offenbar früh gespürt und seine Vorahnung in Musik verwandelt. Die Trilogie solle deshalb nicht nur die Werke des Komponisten präsentieren, sondern auch den Menschen hinter dem musikalischen Genie sichtbar machen.
Ungewöhnlich ist dabei das Konzept von «L'ultimo incanto». Ausgehend von Figuren, Arien und Dialogen aus der «Zauberflöte» verbindet Chiara Muti Mozarts Leben mit Auszügen aus seinen Briefen und weiteren Kompositionen aus dem Jahr 1791. Dazu gehören das berühmte «Ave verum» und das weniger bekannte, aber eindrucksvolle Adagio in C-Dur für Glasharmonika.
Auch Dirigent Ottavio Dantone sieht in der Zusammenstellung eine besondere Gelegenheit, die letzte Schaffensperiode Mozarts neu zu entdecken. Die drei Werke seien zwar nicht als zusammenhängendes Projekt entstanden, griffen aber auf faszinierende Weise ineinander: die Reise nach Prag zur Uraufführung von «La clemenza di Tito», die Rückkehr nach Wien und die Arbeit an der «Zauberflöte» sowie schliesslich die Komposition des Requiems.
Die Inszenierung von «La clemenza di Tito» nimmt zudem die politischen Hintergründe des Auftrags in den Blick. Mozart sollte die Oper anlässlich der Krönung Leopolds II. zum König von Böhmen komponieren. Chiara Muti möchte dabei auch die kritische Auseinandersetzung mit der Macht herausarbeiten, die sich hinter der offiziellen Herrscherhuldigung verbirgt. Nach den Aufführungen in Ravenna geht die Produktion auf Tournee. Bis April wird sie auch in Trient, Piacenza, Ferrara, Parma, Reggio Emilia und Pisa zu sehen sein.
Für die künstlerische Konzeption und Inszenierung zeichnet Regisseurin Chiara Muti, Tochter von Dirigent Riccardo Muti, verantwortlich. Die musikalische Leitung übernimmt Ottavio Dantone, der das Jugendorchester Luigi Cherubini dirigiert. Mit dabei ist ausserdem der Chor der Kathedrale von Siena unter der Leitung von Lorenzo Donati.














